Text von Jens Wolter Bilder von Beate Wolter 27.2.2006
Einen wichtigen Punkt zum Vertreiben des Abstiegsgespenstes konnte Heike Rheine aus Hamburg entführen. Ihr Einsatzwille und ihre größere Entschlossenheit ließ die Spielerinnen aus dem südlichen Emsland einen 2-Tore-Rückstand wegstecken und in einen Punktgewinn verwandeln.
In den ersten 10 Spielminuten sahen die Zuschauer überwiegend Mittelfeldgeplänkel. Rheine stand von Beginn an tief gestaffelt und betrieb ein energisches Forechecking. Hieraus entstanden auch die ersten beiden Gelegenheiten für die Gäste. In der 5. und in der 9. Minute ergab sich aus fast identischer Position jeweils die Möglichkeit, von links einen direkten Freistoß vor das HSV-Tor zu schlagen. Den ersten konnte die Hamburger Abwehr aus der Gefahrenzone schlagen, der zweite landete genau in den Armen von Torfrau Bianca Weech.
 Hier setzt sich Tanja Vreden (Mitte) durch. Links Jennifer Voss, am Boden Christina Graf
Die erste Möglichkeit für die Gastgeberinnen ergab sich in der 11. Minute nach einem Ballverlust der Rheiner Abwehr kurz vor dem Strafraum, aber der etwas zu schwache Schuss von Tanja Vreden führte im Ergebnis nur zu den beiden ersten Hamburger Ecken, aus denen keine echte Torgefahr erwuchs.
Kurze Aufregung auf den Rängen dann in der 14. Minute, weil dem Schiedsrichtergespann entgangen war, dass die Gästeabwehr eine in den Strafraum geschlagene Flanke von Vreden nur mit einem klaren Handspiel entschärfen konnte.
 Frederike Bittner im Tor von Heike Rheine muss sich mächtig strecken. Eigentlich kann aber kaum etwas passieren, denn Julia Weigel (HSV, weißes Trikot) ist von Rheiner Spielerinnen gut abgeschirmt. Von links: Anja Siegers, Jessica Torny, Christina Graf, am Tor Theresa Hunecke
In den darauf folgenden rund 20 Minuten plätscherte das Spiel ohne dramatische Höhepunkte dahin. Für Aufregung sorgte dann erst wieder ein direkter Freistoß in der 37. Minute nach Foul an Dyanne Bito, den Rheine an die Latte setzte. Eine Führungschance für Hamburg ergab sich unmittelbar vor der Pause, als die Abwehr von Rheine einen Schuss gerade noch vor der Linie weg schlagen konnte.
Die Hamburgerinnen hatten sich offenbar in der Pause fest vorgenommen, das Spiel nun schnell zu entscheiden. Gleich in der 46. Minute hatte Rheine Glück, dass ein Heber von Vreden vom Innenpfosten ins Feld zurücksprang. In der 49. Minute verhinderte erneut das Aluminium die Hamburger Führung, als nach
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Kampf um den Ball in Hamburg: Vanessa Schroer, nach Zwangspause wegen Knorpelschaden und einer halben Saison in der Regionalliga wieder im Team der ersten, und Alexandra Gärtner haben Melissa Thiem vom FFC Heike Rheine im Auge
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der vierten Hamburger Ecke ein Schuss von Aferdita Kameraj
nur die Latte traf. Wiederum drei Minuten später wurden die Hamburger Angriffsbemühungen dann belohnt, als erneut Kameraj sich am rechten Flügel entscheidend durchsetzen konnte, in den Strafraum eindrang und entschlossen zum 1:0 vollenden konnte.
Nach genau einer Stunde holte sich Marion Wilmes nach Foul an Dyanne Bito eine gelbe Karte von Schiedsrichterin Christine Frai ab. Überhaupt stellte Bito durch ihre Schnelligkeit und gute Balltechnik ihre Hamburger Gegenspielerinnen während des gesamten Spieles vor Probleme und konnte öfters nur durch Fouls gestoppt werden.
 Dyanne Bito (vorne) stellte sich für Marion Wilmes als schwer zu stoppen heraus
Der HSV hatte seine Angriffsbemühungen keineswegs eingestellt und erzielte in 64. Minute erneut durch Aferdita Kameraj das 2:0, das nach dem gesamten Spielverlauf die Entscheidung zu sein schien. Wer nun allerdings damit rechnete, das Rheine sich aufgeben und der HSV vielleicht noch zu einem deutlicheren Erfolg kommen könnte, sah sich getäuscht. Rheine steckte keinesfalls auf, sondern erhöhte den Druck auf das HSV-Tor, während die Hamburgerinnen merklich nachließen und auch ihre Konterchancen nicht konsequent nutzten.
 Der von Aferdita Kameraj geschossene Ball geht zum 1:0 ins Tor. Marion Wilmes freut sich, Dyanne Bito kann nur noch enttäuscht abdrehen
In der 81. Minute dann konnte die
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Hamburger Abwehr einen Lauf von Dyanne Bito nur durch ein Foul im Strafraum stoppen. Den Elfmeter verwandelte Jessica Torny
souverän. Die nun völlig verunsicherten Hamburgerinnen mussten kaum zwei Minuten später sogar noch den Ausgleich der energisch nachsetzenden Emsländerinnen durch Siegers hinnehmen.
In den Schlussminuten versuchten die HSV-Spielerinnen, doch noch zum Sieg zu kommen, konnten sich aber nicht mehr entscheidend durchsetzen. Rheine stand dabei nur noch mit 9 Feldspielerinnen auf dem Rasen, weil die in der 85. Minute mit gelb verwarnte Jolijn Heuvels in der 87. Minute nach einem rüden Einsteigen gegen Hamburgs Torjägerin Tanja Vreden auch noch die gelb-rote Karte sah. Nach drei Minuten Nachspielzeit konnte sich Rheine dann über den Punktgewinn freuen, während die Hamburgerinnen enttäuscht auf den Rasen niedersanken.
 Marion Wilmes kann nur zuschauen und Bianca Weech im Tor des HSV hat keine Chance. Der von Jessica Torny getretene Elfmeter geht rein und kippt die Partie
Hamburger SV:
Weech - Schröer, Engel, Gärtner , Wilmes - Kameraj, Haye, Saländer, Wübbenhorst (82. Schubert) - Weigel (63. Patzke), Vreden
FFC Heike Rheine:
Bittner - Bito, Thiem (63. Mittendorf), Houvels, Torny, Reinicke, Voss (82. Hüwe), Stegemann, Hunecke, Graf, Siegers
Tore:
1:0, 2:0 Kameraj (52., 64.)
2:1 Torny (81., Elfm.)
2:2 Siegers (83.)
Karten:
gelb: Wilmes (Hamburg, 60.) - Heuvels (Rheine, 85.)
gelb-rot: Heuvels (87.)
rot: ---
Ecken: Hamburg 5, Rheine 3
Schiedsrichterin : Christine Frai
Zuschauer: 240
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