1. Bundesliga, 2. Spieltag

HSV mit erfolgreichem Heimauftakt

Hamburger SV : FFC Brauweiler Pulheim 2:0 (1:0)

Von Jens Wolter (Text)
und Beate Wolter (Bilder)

23.08.2005

Eine höchst einseitige erste Halbzeit ergab sich gegen den Aufsteiger aus Brauweiler. Immer wieder angetrieben von einer niemals zu bremsenden Tanja Wörle drängten die Hamburgerinnen die Gäste dauerhaft in die Defensive. Der Führungstreffer für die Gastgeberinnen schien nur eine Frage der Zeit zu sein, aber die Bemühungen endeten letztendlich bei Torfrau Britta Trescher, die ihren Kasten erfolgreich sauber hielt. Dass ihr dabei in einigen Situationen auch das sprichwörtliche "Glück der Tüchtigen" zur Seite stand, unterstreicht nur ihre überdurchschnittliche Leistung, wirft dabei zugleich aber auch ein bezeichnendes Licht auf die Bemühungen der HSV-Angreiferinnen, die bei mehreren Torchancen scheinbar den Ball "ins Tor tragen" wollten, statt entschlossen abzuziehen.

FFC-Torfrau Britta Trescher zeigte eine gute Partie, war bei den Gegentoren jedoch machtlos.

Archivbild: Nora Kruse

Bei einem Chancenverhältnis von 7:1 zugunsten der Hamburgerinnen gelang es Torjägerin Tanja Vreden erst in der 41. Spielminute, ihre Mitspielerinnen und das Hamburger Publikum durch das 1:0 zu "erlösen".

Hamburgs Urgestein Tanja Vreden erzielt das 1:0 für den HSV

Wer nun in der zweiten Halbzeit eine Fortsetzung des Hamburger Sturmlaufs erwartet hatte, sah sich getäuscht. Brauweiler hatte offensichtlich die Abschlussschwäche des HSV als Chance erkannt, das Ergebnis positiver zu gestalten.

In der zweiten Hälfte machte der FFC mehr Druck - zum Ausgleich reichte es nicht.

Konsequentes Forechecking durch den Aufsteiger trieb nun die Gastgeberinnen phasenweise in die Defensive. Hatte HSV-Torfrau Bianca Weech in der ersten Halbzeit nur einmal die Gelegenheit, sich auszuzeichnen (38. Minute, nach der ersten Ecke für Brauweiler), so rückte sie im Laufe der zweiten Spielhälfte wesentlich mehr in den Mittelpunkt des Geschehens. Wiederholt musste sie im zweiten Durchgang Kopf und Kragen riskieren, um den Ball vor einschussbereiten Gegenspielerinnen zu sichern und so das knappe Ergebnis für ihr Team zu retten. Mittelfeld und Angriff des HSV brachten nur wenige Entlastungsangriffe zustande. Erst ein Alleingang von Stürmerin Tanja Vreden über halblinks führte dann in der 85. Spielminute die Entscheidung herbei, da die


Abwehr von Brauweiler Vreden nur durch ein Foulspiel im Strafraum stoppen konnte. Gegen den hart und platziert geschossenen Strafstoß von Hamburgs U 21- Nationalspielerin Aferdita Kameraj hatte Trescher dann keine Abwehrchance.

Insgesamt ein verdienter Sieg der Gastgeberinnen, die sich durch mangelhafte Chancenverwertung in der ersten Halbzeit selbst in Schwierigkeiten manövriert haben. Brauweiler hätte sich über eine deutlichere Halbzeitführung des HSV nicht beschweren dürfen und hat dann allerdings in der zweiten Halbzeit bewiesen, dass sie imstande sind, zumindest phasenweise sportlich dagegen zu halten.
Obwohl das Spiel insgesamt nicht als unfair bezeichnet werden kann, wäre eine gelbe Karte gegen jedes Team durchaus angebracht gewesen. Die Schiedsrichterinnen der Frauen-Bundesliga würden gut daran tun, ihre bisherige Vorgehensweise, nämlich "Ermahnung statt Verwarnung", sehr bald zu revidieren.

Aufstellungen

Hamburg:
Weech, Haye, Gärtner, Kameraj, Freitag (65. Schubert), Wilmes, Saländer, Wörle, Grießemer (73. Engel), Patzke (63. Weigel), Vreden

Brauweiler:
Trescher, Kasperczyk, Gorges, Borchert (46. Seuren), Sims, Bisby, Fuss, Fehrenbach (46. Augustin), Muresan, Ciorba, Ziegler (80. Koch)

Schiedsrichterin: Tanja Schneider (Amberg)

Tore:
1:0 Vreden (41.)
2:0 Kameraj (85./FE)

Zuschauer: 250


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