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1. Bundesliga, 5.Spieltag

Sindelfingen mit erstem Saisonsieg

FSV Frankfurt - VFL Sindelfingen 1:6 (0:3)

Text und Bilder von Tom Schlimme

15.5.2006   Im Hinspiel in Sindelfingen hatte der FSV Frankfurt den bisher einzigen Punkt der Saison geholt, und so konnte man gespannt sein, ob es beim Rückspiel gegen die bisher ebenfalls sieglosen (bei vier Unentschieden) Sindel- fingerinnen doch noch gelingen würde, wenigstens noch einen einzigen Sieg in der letzten Bundesligasaison der FSV- Frauen überhaupt zu schaffen. Doch Sindelfingen erwies sich als hoch überlegen und kam zu einem auch in der Höhe verdienten Kantersieg.

Dabei vergaben die Sindelfingerinnen sogar noch zahlreiche höchstkarätige Torchancen, die locker für ein zweistelliges Ergebnis ausgereicht hätten. Allerdings hatte auch FSV-Torfrau Verena Volz, die ein Riesenkompliment von ihrem Trainer Frank Schwalenberg für ihre Leistung erhielt, ihren Anteil an den versiebten Sindelfinger Chancen, denn Volz erwies sich als Meisterin der eins-gegen-eins Situationen und brachte die Sindelfinger Stürmerinnen, allen voran Sandra Ruf, eins ums andere Mal um den praktisch sicheren Torerfolg.

Fans von Sindelfingen

"Let´s go Sifi, let´s go"!, so starteten die mitgereisten Sindelfinger Fans beim Anpfiff ihre lautstarke Unterstützung für die Spielerinnen auf dem Rasen.

Schon in der dritten Minute legte die auf der linken Seite sehr stark startende Sindelfinger Kapitänin Michaela Althaus ihrer Stürmerin Ruf den Ball mit einem Superpass vor, doch Volz parierte zur Ecke. Wenig später hielt Volz einen Kopfball von Ulrike Müller ebenfalls nach Flanke von Althaus. Besser machte es dann Karin Burger nach Zuspiel von Ruf und erzielte in der 15. Minute das 0:1.

Safi Nyembo

Deniz Özer (links) und Safi Nyembo enteilen hier einmal der guten Sindelfinger Verteidigerin Nadine Beck, die mit einem schönen Kopfballtreffer das 0:3 erzielte

Der FSV hatte bis dahin im Mittelfeld gut dagegengehalten, doch bei allem Kampfgeist fehlte deutlich sichtbar das Selbstvertrauen, was nach den hohen Niederlagen der Saison niemanden verwundern dürfte. So blieb es bei einzelnen guten Szenen, wie z.B. kurz nach dem 0:1, als Christine Kanscyk schön in den Lauf von Safi Nyembo spielte, doch Sindelfingens Keeperin Daniela Donoli warf sich in letzter Sekunde dazwischen.

So kam es statt zum Ausgleich zum Ausbau der Führung durch Ruf, die einen Alleingang auf der linken Seite souverän zum 0:2 abschloss. Doch noch steckte der FSV nicht auf, Nyembo konnte den Ball über die herauslaufende Torfrau Donoli heben, doch der Ball ging um Haaresbreite auch über das Tor. Wenig später verpasste die ansonsten sichere Donoli einen Freistoß von Sarah Schatton, der Ball trudelte an Freund und Feind vorbei gefährlich durch den Strafraum, doch keiner kam dran. Dann strich noch ein Kopfball von Kanscyk über das Tor. Damit hatte der FSV mehr Chancen erarbeitet als in drei anderen Spielen zusammen, doch das Ergebnis blieb dasselbe, zur Halbzeitpause ging man mit einem 0:3 in die


Karin Burger Torschuss

Mit diesem Schuss von der Strafraumgrenze erzielte Karin Burger das 0:6 für Sindelfingen. Esma Gado rechts kann den Ball nicht mehr abblocken. Ganz links Ulrike Müller, die wie Burger zwei Treffer in diesem Spiel erzielte, dann die eingewechselte Tanja Reichow und Sindelfingens Kapitänin Michaela Althaus

Kabine, nachdem Sindelfingens Abwehrspielerin Nadine Beck einen von Stefanie Fauser wunderbar auf ihren Kopf gezirkelten Freistoß in die Maschen befördert hatte.

Gleich nach der Pause parierte Volz gegen die allein vor ihr Tor stürmende Laura Grab nach Schnitzer von Esma Gado, doch bei einem weiteren Alleingang von Uli Müller war Volz dann chancenlos und es stand 0:4. Die FSV-Abwehr geriet nun zunehmend ins Schwimmen, die Abseitsfalle wurde zur Achillesferse und ging immer wieder daneben. Mal war Grab rechts durch und Althaus verpasste in der Mitte, dann wurde Müller noch von Deniz Özer abgefangen, dann warf sich wieder Volz in einen Schuss von Ruf.

Sandra Ruf

Ebenfalls mit einem Tor dabei: Sindelfingens Stürmerin Sandra Ruf

Ruf war es dann aber, die in der 78 Minute alleine durchgebrochen gut in die Mitte zu Müller paßte, die ohne Mühe zum 0:5 verwandeln konnte. Wenig später markierte dann Burger, die bereits den ersten Treffer erzielt hatte, den Endpunkt unter den Sindelfinger Torreigen mit einem sehenswerten Schuss von der Strafraumgrenze. Dabei hätte es nicht bleiben müssen, denn Sindelfingen bekam noch einen Strafstoß zugesprochen (unstrittig, Foul von Bärthel an Ruf), doch Volz hielt den von Burger geschossenen Elfmeterschuss.

Annika Stunz

FSV-Kapitänin Annika Stunz (rechts, gegen Laura Grab) konnte fast in der letzten Spielsekunde noch den Ehrentreffer für den FSV erzielen, indem sie den Ball hoch über Sindelfingens Keeperin Daniela Donoli hob.

Der FSV kam in der zweiten Halbzeit zu zwei Chancen. Einmal ging ein Schuss von Schatton nach Zuspiel von Kanscyk über das Tor, später schoss ebenfalls Schatton wieder hoch über die Latte, statt zur mitgelaufenen und besser postierten Naji zu spielen. Ansonsten war die zweite Halbzeit geprägt von frei durchlaufenden Sindelfinger Stürmerinnen, die sich mit mehr oder weniger Erfolg mühten, an Keeperin Volz vorbeizukommen. Vor allem Ruf wirkte hier manchmal zu lässig, so als sie nach Zuspiel von Grab gegen Ende der Partie allein vor Volz nur noch schwach schoss, weil dieser Ball einfach drin sein mußte, doch Volz hielt auch diesmal. Eine Minute später versuchte es Ruf dann alleine mit Gewalt, statt nach rechts zur freien Grab zu passen, und wieder hielt Volz. So kam der FSV dann unverhofft sogar noch zum Ehrentreffer durch Kapitänin Annika Stunz, die eine Kerze hoch über Donoli produzierte, die den Weg ins Tor fand. Wenn das Absicht war, war es genial gemacht!


vjollca Maksuti

Beim Elfmeter forderten die Sindelfinger Fans die kleine Eve Chandraratne (links im Zweikampf mit Vjollca Maksuti) auf, den Ball zu schießen, doch Karin Burger trat an und Verena Volz hielt. Merke: immer auf die Fans hören!

FSV Trainer Frank Schwalenberg zeigte sich enttäuscht von der Leistung seines Teams. Man habe sich gegen Sindelfingen mehr erhofft, doch die frühen Gegentore, die aus individuellen Fehlern resultierten, hätten dann schnell die Partie entschieden. Sindelfingen sei viel gelaufen, habe die Räume gut zugemacht und dann beflügelt von den Toren leichtes Spiel gehabt. Dadurch, dass man diesmal offensiv mitgespielt habe, seien natürlich auch Räume offen gewesen, wo der FSV sonst in der Saison gegen stärkere Gegner mit defensiverem Spiel sicherer gestanden hätte. Torhüterin Volz habe nicht nur in diesem Spiel, sondern in der gesamten Saison gut gehalten.
Da die Pressekonferenz ausfiel, kann ich leider keine Stellungnahme des Sindelfinger Trainers berichten.

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Freude pur: Die Sindelfinger Spielerinnen bedankten sich bei ihren Fans für die Unterstützung

FSV Frankfurt

Volz - Bärthel, Gado, Özer, Jung, Stunz, Maksuti (75. Naji), Schatton, Kanscyk, Nyembo, Günther (67. Reichow)

VFL Sindelfingen

Donoli - Hees (85. Ribeiras), Beck, Fauser, Heller, Althaus, Chandraratne (81. Spörl), Grab, U. Müller (68. M. Müller), Ruf, Burger

Tore:
0:1 Burger (15.)
0:2 Ruf (19.)
0:3 Beck (35.)
0:4 U. Müller (52.)
0:5 U. Müller (70.)
0:6 Burger (73.)
1:6 Stunz (90.)

Gelbe Karten: Bärthel, Nyembo / Beck

Schiedsrichterin: Anja Kunick (Lissa)

Zuschauer: 100


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