Bundesliga 2. Spieltag

FSV-Küken wehren sich tapfer!

FSV Frankfurt - 1.FFC Heike Rheine 1:2 (0:1)

Von Tom Schlimme

21.8.2005    So leicht wie erwartet lassen sie sich doch nicht rupfen, die aus Zweitliga- und Landesligaspielerinnen fast komplett neu zusammen- gewürfelten Küken des FSV. Das Team des 1.FFC Heike Rheine, geführt von Weltmeisterin Kerstin Stegemann, tat sich jedenfalls schwer am Bornheimer Hang und konnte zwar mit drei Punkten nach Hause fahren, aber weder viel fürs Torekonto tun noch Selbstvertrauen tanken.

Allerdings befindet sich auch die Mannschaft aus Rheine im Umbruch, der Altersdurchschnitt liegt laut Trainerin Nicole Werner auch erst bei 19 Jahren, nachdem viele erfahrene Spielerinnen Ende der letzten Saison aufgehört haben. So war sich dann Werner mit ihrem Trainerkollegen Frank Schwalenberg vom FSV Frankfurt einig, dass hier zwei Mannschaften gegeneinander gespielt haben, die Punkte, wenn überhaupt, dann in solchen Spielen holen müssen. Insofern konnte dann doch Werner zufrieden sein, während Schwalenberg dieser Chance, schon mal wenigstens einen Punkt einzufahren, sicher noch eine Weile nachtrauern wird, denn es ist fraglich, ob sich so bald eine ähnlich schwache Mannschaft hier am Bornheimer Hang präsentieren wird wie Rheine.

 

Die Trainer: links Nicole Werner von Heike Rheine, rechts Frank Schwalenberg vom FSV Frankfurt
Bilder: Volker Lieberum

Das Spiel begann mit einer Torchance für Rheine nach knapp 20 Sekunden, Jessica Torny kommt frei zum Schuss, doch Verena Volz im Kasten des FSV Frankfurt faustet den Ball weg. Auf der Gegenseite kann Safi Nyembo bedrängt von zwei Gegen- spielerinnen immerhin einen Verlegenheitsschuss aus 25 Metern abziehen, der aber weit neben das Tor geht. Rheine drückt, die jungen Spielerinnen des FSV wirken nervös, viele Bälle werden überhastet ins Leere oder zu Gegenspielerinnen gespielt, doch Volz im Tor bildet einen guten Rückhalt ihres Teams.

Verena Volz, nach langer Verletzungspause ins Tor des FSV Frankfurt zurückgekehrt, hielt was zu halten war und auch noch etwas mehr!
Bild: Volker Lieberum

So faustet sie eine Ecke in der sechsten Minute gerade noch aus der Gefahrenzone, kann in der 12. Minute mit dem Fuß aus kürzester Distanz noch klären.

Doch in der 37. Minute kommt


Kerstin Stegemann, links, schoss Rheine mit zwei Toren zum Sieg. Rechts FSV-Abwehrspielerin Deniz Özer.

Bild: Volker Lieberum

Kerstin Stegemann von rechts zu einem flachen Schuss ins lange Eck, denn auch Volz nicht halten kann. Ein Tor, das dem Spielverlauf entsprach, und auch kein Zufall, dass Stegemann es geschossen hat, denn von Torny oder Dyanne Bito, die einen ganz schwachen Tag hatte, ging keine Gefahr aus.

Die Abwehr des FSV spielte meist schnörkellos rustikal und dabei recht effektiv, aber auch immer wieder mit katastrophalen Schnitzern. Praktisch jede Abwehrspielerin konnte eben noch in letzter Sekunde mit einem guten Tackling eine Chance verhindern, um bald danach schon wieder über den Ball zu treten und diesen zur Gegnerin durchzulassen. Den Stürmerinnen aus Rheine wurden Chancen geboten, die sie in dieser Saison sonst kaum noch in dieser Fülle bekommen werden. Aber wenn man, wie Bito Mitte der zweiten Halbzeit, aus vier Metern mit Volldampf weit über das Tor schießt, nutzen diese Chancen halt nicht viel. Glück also für Rheine, dass Stegemann bereits kurz nach der Pause alles klar gemacht hatte. Nach zwei Fehlern der Innenverteidigerinnen Anissa Holzhaus und Anne Engel, die aber beide auch viele gute Szenen hatten, kam Stegemann am Siebenmeterraum frei zum Schuss und ließ Volz nicht den Hauch einer Chance.

Rheines Trainerin Werner bemängelte danach in der Presskonferenz, dass ihre Spielerinnen nach diesem 0:2 eigentlich ohne Grund erst richtig nervös geworden seien und so den FSV noch einmal ins Spiel gebracht hätten. Tatsächlich zeigten sich die jungen Spielerinnen des FSV keineswegs geschockt, sondern kämpften munter weiter. Eine Riesenchance bekam dann Nyembo in der 55. Spielminute, als sie in der Mitte völlig freistehend den Ball vom rechten Flügel zugespielt bekam. Doch Nyembo ließ den Ball wegspringen, und weg war die Chance. Das Publikum hatte sich noch nicht wieder beruhigt, da landete ein Freistoß auf dem Kopf von Vjollca Maksuti, und diese köpfte zum 1:2 Anschlusstreffer in die Maschen. Die Zuschauer tobten und feierten den Treffer wie einen Sieg, wie überhaupt die Leistung der jungen FSV-Truppe, die sich ja erstmals dem heimischen Publikum präsentierte, mit ungewohnt viel Anfeuerung und Beifall bedacht wurde.


Mit dem Ausgleich für den FSV wurde es aber nichts mehr, auch wenn es noch zwei Chancen dafür gab: In der 77. Minute wurde Stunz schön von Engel freigespielt, legte sich den Ball gut zurecht, aber Frederike Bittner im Tor von Rheine konnte mit ihrer besten Tat an diesem Tag den Schuss noch halten. Zwei Minuten für Schluss schoss Maksuti aus aussichtsloser Position lieber selber, als die mitgelaufene Stunz zu bedienen, und damit war das Spiel entschieden.

Vjollca Maksuti, (im blauen Trikot) hier im Zweikampf mit Jessica Torny, köpfte den Anschlusstreffer für den FSV.
Bild: Nora Kruse

Ich freue mich aber, dass die Fans mit diesem jungen FSV-Team, das ja nichts für die Fehler des Vorstandes kann, mitfiebern, und hoffe, dass auch in den nächsten Spielen eine Unterstützung durch die Zuschauer da ist, die vielleicht das Wunder von Bornheim doch noch ermöglicht!

FSV Frankfurt:

Volz, Bärthel, Holzhaus, Engel, Özer, M. Müller (58.Polzin), Nyembo (79. Günther), Maksuti, Stunz, Gado, Schatton (71. Bououd)

1.FFC Heike Rheine:

Bittner, Hunecke, Bock, Heuvels, Hüwe (46.Pohl), Stegemann, Mittendorf (88. Reinicke), Voss (72. Dekker),Torny, Scholz, Bito

Tore:
0:1 Stegemann 37.
0:2 Stegemann (47.)
1:2 Maksuti (56.)

Gelbe Karten: Stunz, Gado

Schiedsrichterin: Monique Klauß (Mülheim)

Zuschauer: 231


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