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1. Bundesliga, 16.Spieltag

Freiburg landet fünften Sieg in Folge

FSV Frankfurt - SC Freiburg 0:5 (0:3)

Text von Tom Schlimme

9.4.2006   Okay, es war keine Überraschung, das der SC Freiburg beim FSV Frankfurt gewinnt. Aber über den fünften Sieg in Folge konnte sich Freiburgs Trainer Dietmar Sehrig trotzdem freuen, auch wenn er "nur" beim Tabellenschlusslicht errungen wurde. Ohne große Mühe konnte Freiburg die drei Punkte einfahren und dabei auch noch etwas für das Torverhältnis tun.

Dies wurde allerdings dadurch erleichtert, dass die nun mal leider nicht erstligataugliche Mannschaft des FSV Frankfurts diesmal versuchte, mitzusspielen und nicht, wie noch am Mittwoch gegen den 1. FFC Frankfurt, mit Mann und Maus verteidigte, sondern ernsthaft versuchte, im Mittelfeld dagegen zu halten und eigene Angriffe vor das Freiburger Tor zu tragen. Es blieb allerdings weitgehend beim Versuch, meist kläglich beendet durch Stockfehler und Pässe in die Beine der Gegenspielerinnen. So fanden die Freiburger Spielerinnen die freien Räume vor sich, die zum Toreschießen förmlich einluden.

Spielszene

Auch im Zweikampf waren die Spielerinnen des SC Freiburg meist überlegen. Hier setzt sich Sandra Schneider (rechts) gegen Anna Jung durch

Bild: Nora Kruse

Am Anfang tappte der Freiburger Sturm noch einige Male in die Abseitsfalle, die beste Waffe der Frankfurter Abwehr, aber nach einer Weile kam man auch damit besser zurecht, und es wurde richtig gefährlich vor dem wieder von Verena Volz gehüteten Tor des FSV Frankfurt. Dabei hatte der FSV Frankfurt in der vierten Minute bereits so etwas wie eine Chance gehabt, als nach einem hohen Freistoß von Safi Nyembo in den Strafraum des SC Freiburg Alexandra Kury den Ball nicht richtig wegbekam und Vjollca Maksuti zum Schuss auf das Tor einlud, doch Alexandra Schwald konnte noch zur Ecke lenken. Doch schon in der 8. Minute war Ende mit lustig: Melanie Behringer, in der ersten Halbzeit für mich beste Freiburger Spielerin, brachte Havva Kutal mit einem guten Zuspiel flach in den Strafraum in Position, und diese ließ Volz keine Chance, 0:1.

Tor zum 1:0

Havva Kutal beim 0:1 aus kurzer Distanz. FSV-Keeperin Verena Volz streckt sich vergeblich

Bild: Nora Kruse

Man ist es schon gewohnt, dass das junge Team des FSV Frankfurt nach solchen Rückständen nicht aufgibt, sondern weiterfightet, und so war es auch heute. Doch die Torchancen blieben einseitig verteilt: Gefährlicher Pass von Karine Levy in den Strafraum, Yvonne Bärthel, heute mit Deniz Özer anstelle der verletzten Anne Engel und Anissa Holzhaus in der Innenverteidigung, konnte gerade noch klären. Bärthel wirkte insgesamt am sichersten in dieser FSV-Abwehr, spielte allerdings auch nicht fehlerfrei.

17. Minute, Behringer wurschtelt sich im Strafraum durch, kommt zum Schuss, Volz klatscht ab, doch der Nachschuss von Jeanne Haag geht hoch über das Tor, ebenso wie ein Kopfball von Katja Bornschein eine Minute später. In


Verena Volz

Verena Volz im Tor des FSV Frankfurt mußte öfter Kopf und Kragen riskieren. Hier kann sie Melanie Behringer den Ball noch wegspitzeln. Die FSV-Abwehr in den schwarz-blauen Trikots schaut zu: v.l. Ivonne Bärthel, Safi Nyembo, Anna Jung, Esma Gado

Bild: Peter Henkel

der nächsten Minute schießt Volz versehentlich ihre Mitspielerin Özer im Strafraum an, statt den Ball weit weg zu schlagen, doch der daraus folgende Schuss von Behringer geht knapp vorbei, ebenso ein aussichtsreicher Schuss von Behringer aus 14 Metern eine Minute später. Doch der FSV löste sich wieder etwas aus dieser Umklammerung, und das Spiel verlagerte sich ins Mittelfeld. Die gut herauslaufende Volz konnte dabei immer dann gerade noch klären, wenn die Abseitsfalle des FSV einmal nicht funktioniert hatte.

Tor zum 0:2

Hier hat Kerstin Boschert FSV-Keeperin Verena umspielt und schiebt zum 0:2 ein

Bild: Nora Kruse

Doch in der 32. Minute klappte auch das nicht mehr. Wieder war die Abseitsfalle durch einen Kurzpass ausgehebelt worden, Freiburgs Abwehrspielerin Kerstin Boschert, hinten praktisch ohne Beschäftigung, fand sich plötzlich mit dem Ball am Fuß alleine auf dem Weg zum Tor, umspielte souverän Keeperin Volz und erzielte das 0:2. In einer ähnlichen 1:1-Situation kann Volz wenig später gegen Kutal abwehren, doch in der 38. Minute gegen Levy ist dann wieder die Stürmerin Sieger des Duells und kann die 0:3 Pausenführung markieren. Eine Minute später verhindert Özer das 0:4, als Sandra Schneider abseitsverdächtig angespielt aufs Tor läuft.

Karine Levy

Karine Levy erzielte die Tore Nummer 3 und 4 für Freiburg

Bild: Peter Henkel

Das 0:4 fiel dann erst nach der Pause auf recht kuriose Weise: Levy hatte sich rechts durchgespielt, wollte von der Torauslinie nach innen flanken, doch der Ball rutschte ihr unglücklich über den Fuß, bekam Drall und fand den Weg über Volz hinweg in den Kasten. Ein Tor aus unmöglichem Winkel, mit Absicht kaum zu erzielen! Wenig später ist schon wieder Behringer mit dem Ball am Fuß von der Mittellinie aus auf dem Weg zum FSV Tor, bedrängt durch Bärthel, während der Rest der FSV-Abwehr im Nirwana stehen bleibt, mitgelaufen ist alleine Freiburgs Kapitänin


Bornschein. Behringer setzt sich durch, kann die herauslaufende Volz auch noch ausspielen und gibt dann zu der freistehenden Bornschein ab, die keine Mühe hat, das leere Tor zu treffen.

Nach einer Stunde kam der FSV Frankfurt dann auch noch mal zu zwei Chancen, aber einmal verzog die alleine aufs Tor zulaufende Annika Stunz den Schuss, das andere Mal konnte Freiburgs Keeperin Schwald etwa fünf Meter außerhalb des Strafraums mit dem Kopf eine Situation klären, die heikel für Freiburg hätte werden können. Schneider vergab dann noch eine Riesenchance für Freiburg, als sie alleine mit großem Anlauf und viel Platz auf Volz zulaufend nicht schoss, sondern versuchte, die Keeperin auszuspielen, dabei zu sehr abgedrängt wurde und nur noch zu Bornschein zurückpassen konnte, die aber auch Mitleid mit dem FSV Frankfurt hatte und den Ball großzügig hoch über das Tor in die Wolken schoss.

Es blieb dann bei diesem 0:5. Freiburg hatte dieses Spiel bereits in der ersten Halbzeit durch eine gute Leistung verdient entschieden, die zweite Halbzeit verflachte dann etwas. FSV-Trainer Frank Schwalenberg konnte sich so wenigstens darüber freuen, heute ausnahmsweise mal in den letzten 30 Minuten ohne Gegentreffer geblieben zu sein. Es bleibt einem ja sonst wenig Grund zur Freude am Bornheimer Hang...

Alexandra Schwald

Freiburgs Torhüterin Alexandra Schwald rückte manchmal fast bis zur Mittellinie auf, wie hier zu erkennen. Sonst im Bild: v.l. Schiedsrichterin Marina Wozniak, Jacqueline Günther, Verena Volz, Esma Gado, Katja Bornschein und Yvonne Bärthel

Bild: Peter Henkel

FSV Frankfurt:

Volz - Bärthel, Özer, Gado, Nyembo, Stunz, Maksuti (35. Reichow), Jung, Schatton (70. Naji), Günther, Kanscyk

SC Freiburg:

Schwald - Boschert, Söder, Kury, Behringer (55. Maillard), Bornschein, Kutal, Haag (59. Österle), Schneider, Levy (73. Bolz), Thom

Tore:
0:1 Kutal 8.
0:2 Boschert 32.
0:3 Levy 38.
0:4 Levy 49.
0:5 Bornschein 51.

Gelbe Karten: Stunz, Schatton / Söder, Kury

Schiedsrichterin: Marina Wozniak (Herne)

Zuschauer: ca. 100


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