Fotos von Nora Kruse Text von Tom Schlimme 31.10.2005
Eigentlich ging es ja nur um die Höhe des Sieges. Die Münchner Bayern hatten am Spieltag zuvor dem HSV die erste Saisonniederlage beigebracht und damit bewiesen, nach wie vor zu den nach oben orientierten Mannschaften der Liga zu gehören. Der FSV dagegen feierte in der vergangenen Woche den Neuzugang zweier Nachwuchsspielerinnen aus der dritten Mannschaft des FFC Frankfurt als wichtigen Schritt auf dem Weg, die Saison wenigstens einigermaßen anständig zu beenden.
Doch dann mußte man sich plötzlich kneifen, um sicher zu sein, nicht zu träumen. Die die junge, spielerisch aber schon längst totgesagte Truppe des FSV Frankfurt drängte die Bayern zu Beginn in die eigene Hälfte. Die Münchnerinnen kamen dabei zu schnellen, gefährlichen Kontern, aber das war nicht das Spiel, das man von ihnen erwartet hatte.

Kampfgeist: Anissa Holzhaus grätscht mit gebrochenem Zeh gegen Janine Partsch
In der 13. Spielminute hatte der FSV dann sogar eine der wenigen Torchancen der Saison: Jaqueline Günther spielte Safi Nyembo im Strafraum an, doch Bayerns Verteidigerin Julia Kremser konnte gerade noch zur Ecke klären. Zwei Minuten später aber klärt auf der anderen Seite Yvonne Bärthel gerade noch vor Christina Eckmann ebenfalls zur Ecke, diese führt zu einem Weitschuss von Janine Partsch, der Ball kommt genau aus der Sonne auf FSV-Torfrau Verena Volz zu, und schon steht es 0:1 für den Favoriten aus München.

Janine Partzsch brachte die Bayern mit einen glücklichen Weitschuss in Führung
Diese Führung fiel zwar überraschend, war aber letztlich doch verdient. Bayern war zwar nicht dominierend, aber gefährlicher in den Aktionen. Bei schnellen Kontern überlief Angelika Seidl immer wieder die FSV Abwehr, wobei sich vor allem Deniz Özer gegen sie recht schwer tat. Auf der rechten Abwehrseite konnte dagegen Bärthel die meisten Angriffe abblocken, und in der Mitte grätschten die
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Nina Aigner wird wegen Abseits zurückgepfiffen. Eine typische Szene, das Schiedsrichtergespann machte es den Bayern mit vielen fragwürdigen Abseitsentscheidungen nicht einfach. Links FSV-Neuzugang Tanja Dürr, rechts im Hintergrund Angelika Seidl.
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Innenverteidigerinnen Anne Engel und die mit gebrochenem Zeh spielende Anissa Holzhaus die meisten Bälle weg.
In der 30. Minute dann wieder eine Chance für den FSV: die Münchnerinnen vermuten Abseits, Safi Nyembo kann allein aufs Tor zulaufen, der Winkel wird jedoch zu spitz und Geburtstagskind Ulrike Schmetz im Tor der Bayern kann zur Ecke abwehren. Auf der anderen Seite hält wenig später Volz einen schönen flachen Schuss von Seidl, und ein Kopfball von Nina Aigner knallt an die Latte. Kurz vor dem Pausentee ist Volz aber gegen einen harten Schuss von Aigner aus kurzer Distanz machtlos, und es steht 0:2.

Die Österreichische Nationalspielerin Nina Aigner - hier im Zweikampf mit Ivonne Bärthel - erzielte zwei Tore und spielte durch, obwohl sie erst in der Nacht vom Länderspiel zurückgekommen war.
Nach dem Seitenwechsel wurden die Münchnerinnen dann etwas stärker, kamen zu einem Warnschuss von Aigner, der knapp über das Tor ging, dann hielt Volz einen Schuss von Felivia Notbom, Pavlina Scasna versuchte über Volz zu lupfen, statt die Mitspielerinnen zu bedienen. Aber auch der FSV kam noch zu Chancen, was für die zweite Hälfte in dieser Saison ungewöhnlich ist. Günther spielte Vjollca Maksuti frei, doch deren Schuss konnte von Schmetz gehalten werden.
Die Chancen für die Bayern wurden jedoch immer klarer, und es war nur der guten FSV Keeperin Volz zu verdanken, dass es nicht zu einer höheren Niederlage kam. In der 83. Minute kam Bayer dann durch einen Kopfball von Aigner, der sich hoch über Volz in die Maschen senkte, zu einem einigermaßen standesgemäßen Ergebnis.
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Bayern Trainerin Sissy Raith umschrieb das Spiel kurz und treffend mit dem Wort "grauselig". Dem insgesamt niedrigen Niveau hätten sich leider auch die Schiedsrichterinnen angepasst. Momentan tue sich die Mannschaft gegen Gegner, bei denen man selbst die Initiative ergreifen müsse, schwerer als gegen Gegner, die von sich aus das Spiel bestimmen. FSV Trainer Frank Schwalenberg zeigte sich ebenfalls sehr unzufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft, von der er vor allem in der ersten Hälfte mehr Kampfgeist erwartet habe. Dass man in der zweiten Halbzeit diesmal nicht eingebrochen sei, sei aber ein Lichtblick.

Die 9er gegeneinander: FSV Stürmerin Vjollca Maksuti (links) war häufig mit Abwehrarbeit beschäftigt, hier gegen Bayern Kapitänin Pavlina Scasna
FSV Frankfurt:
Volz -
Bärthel, Engel, Holzhaus, Özer, Schneider (59. Gado)
Maksuti, Schatton, Dürr (74. Riedl), Günther,
Nyembo
FC Bayern München
Schmetz -
Kremser, Paukner, Eder, Notbom, Eckmann (45. Fischer), Seidl (75. Spieler)
Partzsch, Hoffmann (63. de Pol),
Scasna, Aigner
Tore:
0:1 Partzsch (15.)
0:2 Aigner (40.)
0:3 Aigner (83.)
Gelbe Karte: Kremser
Schiedsrichterin: Christiane Schönfeld (Schleiz/Gräfenwarth)
Zuschauer: 160
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