1.Bundesliga, 9.Spieltag

Punktgewinn gegen Meisterschaftsaspirant

SC Freiburg - FCR 2001 Duisburg 2:2 (1:1)

Bilder von Peter Clesle
Text: Johannes Huber

21.11.2005    Mit einem für beide Seiten verdienten Unentschieden absolvierten die Frauen des SC Freiburg ihr letztes Heimspiel in diesem Jahr vor 450 Zuschauer im Bergmattenhofstadion in Sexau und zwangen die Tabellenführerinnen aus Duisburg dazu, einen Punkt im Breisgau "liegen zu lassen".

Vom Anspielpunkt weg stürmten die Frauen des Freiburger Sport-Clubs auf das Tor der Nationaltorhüterin Silke Rottenberg zu und bescherten dieser sogleich den ersten Ballkontakt, der ihr jedoch keine Probleme bereitete. Bereits eine Minute später waren die Breisgauerinnen wieder im Angriff, der Ball kam von links hoch in den Strafraum, wo die glänzend postierte Karine Levy stand und direkt zum 1:0 verwandelte. Ein Traumstart gegen die der Papierform nach klaren Favoritinnen aus Duisburg.

Es dauerte zehn Minuten, bis die Duisburgerinnen erstmals gefährlich vor das Tor von Alexandra Schwald kamen, die jedoch nicht mal eingreifen musste, weil Nicole Söder den Ball in letzter Sekunde über die Torauslinie spitzeln konnte.

Shelley Thompson, Sandra Schneider

Sandra Schneider (l.) kämpft mit Torschützin Shelley Thompson um den Ball

Kurz darauf, in der 12. Spielminute, gelingt es der Nationalspielerin Inka Grings den Ball nach einem Allerweltsangriff ins Tor zu stolpern: 1:1 - zu diesem Zeitpunkt der unverdiente Ausgleich. Nach einer Viertelstunde setzte sich Melanie Behringer schön auf der rechten Seite gegen einige Gegenspielerinnen durch, kann bis zum Fünfmeterraum vorstoßen, scheiterte dann aber an der glänzend aufgelegten Rottenberg, die zur Ecke retten kann.

Die Duisburgerinnen bekamen das Spiel nun in den Griff, was sich in zahlreichen Chancen widerspiegelte: Die Torschützin zum Ausgleich, Grings, vergibt einen schönen Konter in der 23. Spielminute kläglich, nur eine Minute später scheitert sie freistehend vor dem Tor wiederum nur an sich selbst. Einen Schuss aus der zweiten Reihe von Simone Laudehr konnte die sich ebenfalls in guter Form zeigende Schwald halten (26.).

Danach fingen sich die Freiburgerinnen wieder ein wenig, wenngleich die besseren Torchancen auf Seiten der Duisburgerinnen zu verzeichnen waren: In der 33. Spielminute verlor Behringer im Mittelfeld einen Zweikampf (Abteilung "unnötiger Ballverlust") gegen Iris Flacke, die wunderbar auf Fatmire "Lira" Bajramaj ablegt, deren Schuss Schwald aber halten konnte. Nur drei Minuten später setzte sich Bajramaj gegen drei Gegenspielerinnen im Freiburger Strafraum durch. Es war wohl die Angst, einen Elfmeter zu


Christine Kaltenbach, Inka Grings, Fatmire Bajramaj, Alexandra Schwald

Packende Strafraumszenen gab es gestern in Sexau: Hier scheitert Inka Grings an SC-Torfrau Alexandra Schwald. Links Christine Kaltenbach, hinten Fatmire Bajramaj

verursachen, die die Freiburgerinnen davon abgehalten hat, hier konsequenter gegenzuhalten. Eine Torchance ergab sich dadurch jedoch auch nicht. Und es sollte auch die letzte erwähnenswerte Szene der ersten Halbzeit gewesen sein. Insgesamt ein verdientes Unentschieden zur Halbzeit, auch wenn die Freiburgerinnen ein leichtes Übergewicht hatten.

Aus der Pause kamen beide Mannschaften überpünktlich zurück, die Sonne war zwischenzeitlich hinter einem Hochnebelfeld versteckt, so dass es empfindlich kalt wurde, wobei die Null-Grad-Grenze sowieso nur bei direkter Sonneneinstrahlung überschritten wurde. Und die Duisburgerinnen wurden deutlich stärker in der zweiten Halbzeit. Oder die Freiburgerinnen schwächer?

Bereits vier Minuten nach Wiederanpfiff gelang Shelley Thompson nach einer Art Konter auf Vorlage von Grings das 2:1. Es sah so aus, als dies der Genickbruch für die Breisgauerinnen gewesen wäre. Sie brachen völlig ein, im Mittelfeld gab es Fehlpässe en masse, die Abwehr war verunsichert, nur Schwald behielt die Nerven und merzte allfällige Fehler ihrer Vorderfrauen aus.

Nach einer Stunde bekam die zur Halbzeit für Karine Levy eingewechselte Sandra Schmidt eine exakte Vorlage von Katja Bornschein und stand damit frei vor Rottenberg, die Schiedsrichterassistentin winkte jedoch - eine mehr als zweifelhafte Abseitsentscheidung.

Tor Inka Grings

Ausgleich durch Inka Grings, die jubelnd abdreht. Alexandra Kury (l.) und Christine Kaltenbach kommen zu spät

Eine Viertelstunde vor Schluss kamen die Duisburgerinnen zu ihrer letzten nennenswerten Chance - Thompson bekommt in zentraler Position sechs, sieben Meter vor dem Tor den Ball, wird von zwei Gegenspielerinnen bedrängt, kommt zu Fall, doch der Elfmeterpfiff blieb aus, woraufhin sich Thompson wieder aufrichtete, aber nicht mehr wirklich abziehen konnte, sondern lediglich ein Schüsschen direkt in Schwalds Arme abgeben konnte.


Die letzten 15 Minuten sollten wieder dem SC Freiburg gehören, der offensichtlich Willens waren, das Spiel nochmals herumzureißen. Zunächst scheiterten Alexandra Kury und Schmidt bei einem Gestocher in Folge eines Behringer-Freistoßes im Duisburger Strafraum nur noch an Rottenberg (77.), sechs Minuten später köpft Kury nach einem Eckball nur um Zentimeter am rechten Pfosten vorbei. In der 85. Minute schießt Havva Kutal erneut nach einer Ecke nur knapp über die Querlatte.

Die letzte Chance hatte der FCR, einen Schuss von Bajramaj klärte Schwald gerade so mit dem Fuß in höchster Not. Das letzte Tor indes ging an die Freiburgerinnen: Alena Thom traf in der 88. Minute zum erlösenden 2:2 und unterstrich damit ihre insgesamt gute Leistung. Insgesamt eine verdiente Punkteteilung.

Alexandra Kury, Fatmire Bajramaj

Alexandra Kury, Jennifer Oster, Fatmire Bajramaj und Katja Bornschein (v.l.n.r.)

SC Freiburg:

Schwald - Behringer, Schneider, Söder, Boschert - Kury, Thom, Kaltenbach, Kutal (90. Österle) - Bornschein, Levy (46. Schmidt)

FCR 2001 Duisburg:

Rottenberg - Krahn, van Bonn, Hauser, Schröder - Flacke (61. Hauer), Oster, Laudehr, Bajramaj - Thompson (85. Lenart), Grings (52. Griffioen)

Tore:
1:0 Levy (3.)
1:1 Grings (12.)
1:2 Thompson (49.)
2:2 Thom (88.)

Schiedsrichterin: Daniela Schneider (Limbach-Oberfrohna)

Karten: Kutal - Oster

Zuschauer: 450


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