Bundesliga, 7. Spieltag

Glücklicher aber verdienter Heimsieg

SC Freiburg - FFC Brauweiler Pulheim 3:2 (2:2)

Text von Johannes Huber, Fotos von Peter Clesle

24.10.2005    Mit einer starken kämpferischen Leistung gewannen die Frauen des SC Freiburg im Erstligaspiel gegen den FFC Brauweiler Pulheim im Bergmattenhofstadion zu Sexau vor 250 ZuschauerInnen nach einem 0:2-Rückstand glücklich, aber nicht unverdient mit 3:2.

Bei milden Temperaturen und bewölktem Himmel trafen die Tabellensechsten des SC Freiburg auf den Kölner Vorstadtverein aus Pulheim, der mit vier Punkten weniger auf dem Konto in die Partie ging. Die Freiburgerinnen begannen gewohnt heimstark und versuchten von der ersten Minute an das Spiel zu kontrollieren. Bereits in der dritten Spielminute hatte Melanie Behringer mit einem Freistoß aus 30 Metern linker Position eine Großchance, der Heber über Freund und Feind hinweg senkte sich etwas zu spät und landete nur auf dem Tor. In der zwölften Minute kamen die Brauweilerinnen erstmals gefährlich vors Tor, doch der Ball landet im Toraus. Der Abschlag von Schwald landete auf der rechten Brauweiler Seite, wurde wunderschön vors Tor geflankt, Kerstin Boschert konnte leider nicht hoch genug springen, und Mariana Ciorba köpfte unbedrängt ein. 0:1 - zu diesem Zeitpunkt eine Überraschung.

Immer schön den Durchblick behalten - Freiburgs Alexandra Kury gelang das gestern bei ihrem Tor zum 3:2 glänzend

In der Folge waren die Freiburgerinnen sichtlich irritiert und verunsichert, aber willig, den Rückstand aufzuholen. Zwei Minuten nach dem Führungstor bekam Havva Kutal an der Strafraumgrenze den Ball, zog ihn direkt ab und nur ganz knapp am Tor vorbei. Auch in der Folge waren einige schöne Kombinationen zu beobachten, so in der 20. Spielminute, als sich Boschert bis zur Grenze des Sechzehnmeter-Raumes durchsetzte, der auf die Außenposition laufenden Österle den Ball in den Lauf spielte, diese wiederum in den Strafraum zurückpasste, wo Katja Bornschein jedoch knapp an der Brauweiler Abwehr scheiterte. Ebenfalls knapp scheiterte Alexandra Kury, die einen Freistoß von Behringer aus 35 Metern in den Strafraum nur knapp mit dem Kopf verfehlte.

Einem schlimmen Stellungsfehler der Freiburger Torhüterin Alexandra Schwald ist es zu verdanken, dass die Brauweilerinnen einen Konter in der 32. Minute mit einem Heber aus 30 Metern durch Ciorba erfolgreich zum 0:2 abschließen konnten. Doch Freiburg gab sich noch lange nicht geschlagen und kämpfte sich zurück ins Spiel. Nur zwei Minuten nach dem unglücklichen Gegentor zog Kutal in der zweiten Reihe stehend aus 22 Metern ab und verwandelte unhaltbar zum Anschlusstreffer - 1:2. Knapp zehn Minuten später versuchte es Christine Kaltenbach, Kutal gleichzutun, der Ball jedoch landete knapp über dem Tor.

Egalisiert wurde der zwei-Tore-Vorsprung Brauweilers durch eine Einzelaktion von Behringer, die sich in der Schlussmiunute der ersten Halbzeit bis zum "16er" durchsetzte, dann auf Kutal passte, die ohne lang zu fackeln abzog und zum 2:2-Ausgleichstreffer verwandelte.


Gestern war jeder Ball hart umkämpft - hier Melanie Behringer (l.) und Louisa Bisby

Noch vor dem Halbzeitpfiff kam Brauweiler noch mal mit einem Angriff gefährlich vor das Freiburger Tor, doch Schwald konnte mit einer starken Leistung abwehren.

Zur zweiten Halbzeit lachte die Sonne über dem Bergmattenhofstadion und die Frauen des SC Freiburg kamen mit dem zu diesem Zeitpunkt psychologisch wichtigem Ausgleichstreffer im Rücken stärker aus der Kabine. Wirkliche Chancen waren jedoch zunächst Mangelware. Vier Minuten nach Wiederanpfiff legte Alena Thom an der Strafraumgrenze Kutal zum Doppelpaß auf, den sie auch tatsächlich zurückbekam, mit dem Torschuß scheiterte Thom dann aber an Barbara Legrand, der Brauweiler Torhüterin.

In der 57. Spielminute setzte sich Kerstin Boschert in ihrer unnachahmlichen Manier auf rechts bis zur Grundlinie durch, flankte auf Alexandra Kury, die souverän zum 3:2 einköpfte. Das Spiel war gedreht. Doch nur zwei Minuten später war es erneut die viel zu weit vor dem Tor postierte Schwald, die die ZuschauerInnen den Atem anhalten ließ: Ein Heber über Schwald landete an der Latte des Freiburger Tores.

Im weiteren Verlauf schoss Kutal einen Freistoß aus 20 Metern in halblinker Position direkt in die Arme von Legrand, kam Behringer vom Elfmeterpunkt aus zu einem direkt abgenommenen Hammer, der knapp über dem Tor landete (wäre er im Tor gelandet, wäre vermutlich das Netz kaputt gewesen). In der 70. Spielminute konnte sich Bornschein nochmals alleine gegen zwei GegenspielerInnen durchsetzen, schossden Ball aber auch knapp über das Brauweiler Gehäuse.

Hervorragende Schussposition bei Freiburgs Nicole Söder

Fünf Minuten später bekam Ciorba, die - die einzige Fehlentscheidung des Schiedrichterinnengespanns - klar im Abseits stand, im Freiburger Strafraum den Ball, wurde jedoch von Kury entscheidend gestört und konnte den Ball ebenfalls nur noch


über das Tor heben. Sechs Minuten vor dem Abpfiff musste Schwald noch mal ihre ganze Klasse unter Beweis stellen und bereits am Boden liegend klären. Die SC-Abwehr wackelte ein wenig in der Schlussphase, drei Minuten vor Schluss kam Brauweiler nochmals zu einer Chance, Schwald hielt die Freiburger Führung jedoch fest.

Der Frust der Torfrau - Brauweilers Barbara Legrand verlor mit ihrem Team trotz 2:0-Führung

Insgesamt ein verdienter, wenn auch ein wenig glücklicher Sieg der Frauen des SC Freiburg. Über das ganze Spiel hinweg waren insbesondere die dynamischen Antritte von Kerstin Boschert schön zu beobachten. Sie wird hiermit zum ‚Freiburger Lucio' gekürt.

SC Freiburg:

Schwald - Behringer, Schneider (69. Söder), Boschert, Kaltenbach - Kury, Thom, Österle (90. Bolz), Kutal - Bornschein, Haag (46. Levy)

FFC Brauweiler Pulheim:

Legrand - Bisby, Kasperczyk, Gorges, Sims, Seuren - Augustin, Fuss (24. Fehrenbach), Balzer (61. Marx), Niculescu (85. Renner) - Ciorba

Tore:
0:1 Ciorba (12.)
0:2 Ciorba (32.)
1:2 Kutal (33.)
2:2 Kutal (45.)
3:2 Kury (57.)

Schiedsrichter Marina Wozniak (Herne)

Gelb: Niculecsu, Gorges

Zuschauer: 250

Der Artikel ist auch auf:
 www.dorfgeschwaetz.de zu finden.


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