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1. Bundesliga, 21.Spieltag

FFC holt sich den zweiten Platz zurück

1. FFC Frankfurt - SC Freiburg 6:1 (3:0)

Bilder von Volker Lieberum
Text von Tom Schlime

26.5.2006   Genau 48 Stunden vor dem großen Uefa-Cup- Finale gegen Potsdam schaffte der 1. FFC Frankfurt mit einem 6:1 über den "Angstgegner" SC Freiburg den Sprung auf den eventuell für die Qualifikation für den Uefa-Cup wichtigen Platz 2 in der Tabelle. Da Duisburg "nur" 3:0 in Hamburg gewann, haben beide Teams jetzt ein Torverhältnis von plus 76, doch Frankfurt ist einen Wimpernschlag vorne, weil man dabei 97 Tore geschossen hat, Duisburg nur 87. Das wichtigste für Frankfurt dürfte aber sein, dass sich das Team nicht verausgaben mußte und vermutlich auch keine Verletzungen zu verzeichnen sind.

Frankfurt spielte fast in der Stammformation, schonte dabei aber Kerstin Garefrekes und Katrin Kliehm. Freiburg mußte auf die kreuzbandverletzte Kerstin Boschert verzichten und zog dafür Kapitänin Katja Bornschein in die Abwehr, was sicherlich eine Schwächung bedeutete gegenüber dem Hinspiel, in dem Freiburg durch einen 2:1 Sieg die Meisterschaftsträume der Frankfurterinnen zum Platzen gebracht hatte. Der FFC war von Anfang an überlegen und kam schon in der 8. Minute zu einem Freistoß aus ähnlicher Position wie beim ersten Tor in Potsdam, doch Renate Lingor hob den Ball diesmal knapp über das Tor.

Sandra Smisek

Sandra Smisek, hier am Ball, sorgte mit ihren insgesamt vier Toren früh für klare Verhältnisse. Hier wird sie verfolgt von Christine Kaltenbach, links beobachtet Nicole Söder das Geschehen

Dann kam die kleinste Frankfurterin Meike Weber nach einer Ecke zum Kopfball aus gut 18 Metern, der jedoch kein Problem für die gute Alexandra Schwald im Freiburger Tor darstellte. Nur eine Minute später stand es nach einer Kombination über Birgit Prinz zu Sandra Smisek aber schon 1:0. Prinz war überhaupt herausragend am heutigen Tage und sollte an fast allen Toren beteiligt sein. Nur zwei Minuten nach dem Führungstreffer schickte Prinz Sandra Albertz steil, aber Schwald hatte aufgepasst und konnte an der Strafraumgrenze gerade noch dazwischen gehen.

Alexandra Schwald

Mit ihren guten Reaktionen und ihrem Stellungsspiel verhinderte Freiburgs Keeperin Alexandra Schwald eine höhere Freiburger Niederlage. Hier kann sie noch mit dem Fuß gegen Sandra Albertz klären. Im Hintergrund Nicole Söder

Doch in der 17. Minute klingelte es schon wieder im Kasten von Schwald. Prinz hatte hoch an die im Strafraum von zwei Abwehrspielerinnen gedeckte Smisek gegeben, diese konnte den Ball annehmen, sich drehen und flach ins untere Eck einschießen. Eine feine Aktion von Smisek! Ein weiterer schöner Spielzug von Judith Affeld zu Sandra Albertz wurde wieder von Schwald unterbunden, doch dann ging Prinz in ihrer unnachahmlichen Art alleine links durch den Strafraum, und es stand 3:0.

Im direkten Gegenzug nach dem Anstoß hatte Freiburg die bis dahin beste Chance, aber Frankfurts Torhüterin Ursula Holl erwischte den Ball gerade noch vor der einschussbereiten Havva Kutal. Kurz vor dem Seitenwechsel konnte sich Weber noch einmal rechts gut durchsetzen und nach innen flanken, Schwald war schon


Birgit Prinz

Birgit Prinz (am Ball) befindet sich in Hochform, erzielte gegen Freiburg zwei Tore selbst und bereitete drei weitere vor. Links Alexandra Kury, hinten Sandra Smisek, die vier Tore in diesem Spiel schoss, die gute Schiedsrichterin Anja Kunick, und rechts Freiburgs Nationalspielerin Melanie Behringer

geschlagen, doch Smisek rutschte knapp am Ball vorbei. Unverständlich dann der Wechsel in der Halbzeitpause: nachdem bereits in der 25. Minute Saskia Bartusiak für die angeschlagene Albertz eingewechselt worden war, belegte Frankfurt den zweiten der erlaubten drei Wechsel nun mit der Rotation der Torfrauen. Für Holl kam Marleen Wissink. Ich hätte lieber eine Feldspielerin eine Halbzeit geschont gesehen, als beiden Torhüterinnen eine Halbzeit im letzten Heimspiel zu verschaffen, zumal es sowieso kaum etwas zu halten gab, aber man wird sich schon etwas dabei gedacht haben...

Alexandra Schwald

Saskia Bartusiak, hier vorbei an Christine Kaltenbach, machte ein gutes Spiel, mußte dann gegen Ende aber angeschlagen draußen bleiben, so dass Frankfurt zu zehnt weiterspielen mußte.

Nach dem Seitenwechsel verpasste Sandra Schmidt eine Flanke von Jeanne Haag, das hätte den Freiburger Anschluss- treffer bedeuten können. Doch Frankfurt blieb überlegen, der Sieg war nie in Gefahr. Besonders bemerkenswert dann noch ein schöner, direkt volley genommener Fernschuss von Renate Lingor, dem Schwald sich in einer ebenso guten Parade entgegenwarf. Schwald unerlief wenig später jedoch eine hohe Flanke von Affeld und ermöglichte Smisek so ihren dritten Treffer an diesem Tag. Zwei Minuten später setzte Smisek noch einen drauf, Prinz war rechts durch, hätte auch selber vollenden können, gab jedoch uneigennützig zur noch besser postierten Smisek ab, die daraufhin gegen Barucha vom Platz durfte.

Sandra Smisek

Sandra Smisek

Eines der vier Tore von Sandra Smisek heute. Freiburgs Keeperin Alexandra Schwald ist machtlos, Saskia Bartusiak rechts kann zufrieden abdrehen

Schwald konnte gegen einen Schuss von Nia Künzer aus kurzer Entfernung noch eine Glanzparade zeigen, Louise Hansen zog den Ball aus 20m über den Kasten, ein flacher, zu schwacher Schuss von Barucha wurde leichte Beute für Schwald, und Prinz machte dann wieder ernst: im Strafraum eigentlich gut gedeckt spielte sie sich durch und vollendete eiskalt zum 6:0!


Zehn Minuten vor Schluss mußte Bartusiak angeschlagen den Platz verlassen, und da das Frankfurter Wechselkontingent erschöpft war, mußte das Team in Unterzahl weiterspielen. Prompt kam die eingewechselte Rebecca Kuhle zu einer Flanke auf den Kopf von Schmidt, Wissink konnte zur Ecke klären, doch diese wurde dann schlecht abgewehrt, Kuhle nahm den Ball volley und es stand nur noch 6:1. Bei diesem Ergebnis blieb es dann aber verdientermaßen.

Die Pressekonferenz fand dann zwischen den Trainerbänken statt, da auf dem Ausweichplatz an der Hahnstraße (das Stadion am Brentanobad ist bereits durch die Männer-WM in Beschlag genommen) kein Raum zur Verfügung stand. Freiburgs Trainer Dietmar Sehrig erklärte auf die Frage, wieso sein Team dem FFC heute so gar keine Angst machen konnte, man habe eine gute Saison gespielt, der Akku sei aber nun leer. Die Augen von Frankfurts Trainer Dr. Hans-Jürgen Tritschoks waren schon ganz auf das Finale am Samstag gerichtet, dem nun die volle Konzentration der Mannschaft gelten sollte. Man habe sich die Chance auf den zweiten Tabellenplatz erhalten wollen, das sei gelungen, jetzt gelte es aber, die Uefa-Cup Teilnahme schon am Samstag im Endspiel klar zu machen.

Pressekonferenz auf dem Platz

Pressekonferenz unter freiem Himmel: Das Ausweichstadion in Frankfurt- Niederrad bot manch neue Perspektive. Ganz links Matthias Kittmann von der Frankfurter Rundschau, dann Frankfurts Trainer Dr. Hans-Jürgen Tritschoks, mit dem Mikro Stadionsprecher Rolf Töpperwien und rechts Freiburgs Trainer Dietmar Sehrig

1. FFC Frankfurt

Holl (46. Wissink) - Künzer, T. Wunderlich, Jones, Affeld, Hansen, Lingor, Weber, Albertz (29. Bartusiak), Prinz, Smisek (71. Barucha)

SC Freiburg

Schwald - Söder, Behringer, Kury, Bornschein, Kutal, Österle, Kaltenbach (78. Schneider), Thom, Haag (65. Kuhle), Schmidt

Tore:
1:0 Smisek (15.)
2:0 Smisek (17.)
3:0 Prinz (37.)
4:0 Smisek (66.)
5:0 Smisek (68.)
6:0 Prinz (81.)
6:1 Kuhle (85.)

Gelbe Karte: Söder

Schiedsrichterin: Anja Kunick (Lissa/Leipzig)

Zuschauer: 535


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