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1. Bundesliga - 17. Spieltag

Der Trainer entschuldigt sich für seine Mannschaft

FCR 2001 Duisburg - VfL Sindelfingen 1:0 (1:0)

Von Daniela Schumann (Text und Fotos)

17.04.2006
Die Aufgabe schien denkbar simpel: Der derzeitige Tabellenführer FCR Duisburg empfängt zu Hause den derzeitigen Tabellenvorletzten VFL Sindelfingen. Das Hinspiel in Sindelfingen gewann der FCR mit 10:0 klar und fuhr den höchsten Saisonsieg ein. Vor dem Spiel trennten beide Mannschaften 36 Punkte und 10 Tabellenplätze.

Vor 847 Zuschauern rettete in der dritten Minute Daniela Donoli einen Schuss von Fatmire Bajramaj, an den sonst Shelley Thompson gekommen wäre. Es versprach ein munteres Spiel zu werden. Drei Minuten später war das Leder im Tor der Gäste, der Treffer von Anne van Bonn wurde jedoch aufgrund einer Abseitsstellung nicht anerkannt. Kurze Zeit später konnte Bajramaj eine 1:1-Situation gegen Donoli nicht für sich nutzen.

Die erste Viertelstunde war vergangen, als nach einer Flanke von Jennifer Oster Simone Laudehr den Ball volley nahm, ihn aber neben das Tor schoss. Langsam wurden die Zuschauer nervös, wann der erste Treffer fiel.

Die Geduld wurde weiterhin auf die Probe gestellt. Erst nachdem das Spiel eine halbe Stunde alt war, gab es eine weitere nennenswerte Torchance: Annike Krahn passte auf Corinna Schröder, diese schlug eine Flanke auf Thompson, doch die Torjägerin vergab. Ebenso zwei Minuten später Laudehr, die nach einer erneuten Flanke von Schröder alleinstehend vor Donoli vergab. Die Torhüterin hatte den Ball im Nachfassen. Keine Minute später ging ein Kopfball von Laudehr übers Tor.

Es dauerte bis zur 37. Minute bis die Fans der FCR jubeln durften. Verena Hagedorn kam über rechts, passte zu Oster, die auf Thompson flankte und diese erlöste ihr Team mit dem 1:0, was gleichzeitig der Pausenstand war.

Daniela Donoli

Sindelfingens Torfrau Daniela Donoli verhinderte mit tollen Reflexen eine hohe Niederlage.

Nach dem Wiederanpfiff ließ die erste Torchance bis zur 52. Minute auf sich warten. Es war erneut Thompson, deren Schuss Donoli durchließ. Den Ball rettete Karin Burger kurz vor der Linie. Die nächste Chance gehörte Bajramaj, die den Ball jedoch freistehend vor Donoli verhampelte.


Jubel SC Freiburg

Silke Rottenberg dirigiert ihre Abwehr. Auf den Freistoß für Sindelfingen warten Karin Burger, Verena Hagedorn, Anne van Bonn, Nadine Beck, Nina Müller und Petra Hauser (v.l.n.r.)

Aufregend in der 76. Minute: Nach einer Flanke von van Bonn köpfte Laudehr den Ball zum Tor der Gäste. Die Unparteiischen entschieden sich keinen Treffer zu geben. Ob dies die korrekte Entscheidung war oder ob der Ball nicht doch über der Linie war, konnte nicht geklärt werden.

Hauser, Rottenberg, Griffioen, Thompson, Laudehr

Vor dem Spiel noch guter Laune: Petra Hauser, Silke Rottenberg, Simone Laudehr, Annemieke Griffioen und Shelley Thompson.

Eine abweichende Form der Bezeichnung „Pech am Fuß“ hatte Schröder in der 82. Minute. Ihr Kopfball knallte mit einer solchen Wucht vor den Pfosten des gegnerischen Tores, dass die Zuschauer die Erschütterung sehen konnten. Sie hatte alles richtig gemacht, den Ball angenommen, kraftvoll mit dem Kopf in Richtung Tor gedrückt und dann leider nur das Aluminium statt das Netz getroffen.

Die letzte Chance des Spiels gehörte endlich den Gästen. Nach einem Foul von Laudehr konnte Silke Rottenberg den Kopfball gerade noch am Tor vorbei lenken und hätte sich bei dieser Aktion beinahe verletzt. Fazit: Nach 90 Minuten stand es 1:0 für die Heimmannschaft - ein Ergebnis, mit dem wohl keiner gerechnet hatte.

Stimmen zum Spiel:

Günther Rommel (Trainer Sindelfingen)
"Das Ergebnis ist schmeichelhaft, wenn man das Spiel sieht. Duisburg hatte 90% der Spielanteile. Wir hatten Glück, dass kein frühes Tor gefallen ist.


Duisburg wurde zusehends unsicherer und Sindelfingen fing sich langsam. Die Bemühungen zu einem Ausgleich kamen zu spät. Das Ergebnis geht in Ordnung, ich hatte vor dem Spiel eine Klatsche erwartet.

Dietmar Herhaus (Trainer Duisburg, sichtbar angefressen):
"Die Mannschaft hat mich enttäuscht. Ich stelle mich eigentlich vor meine Mannschaft, aber heute tut mir ihre Leistung für die Zuschauer Leid. Es war eine schwache und arrogante Leistung der Mannschaft, von der Meisterschaft können wir uns verabschieden. Wenn man so gegen Potsdam auftritt, werden wir ein Schlachtopfer.
Die Mannschaft wird ein Training und eine Seite von mir kennen lernen, die sie noch nicht kennt. Es wird sehr, sehr hart. Wenn sie die Woche überstehen, überstehen sie Potsdam. So ein Spiel wird es nie mehr geben, so lange ich Trainer bin."

Daniela Donoli, Shelley Thompson

Daniela Donoli hat sich den Ball vor Shelley Thompson geschnappt.

Aufstellungen

FCR 2001 Duisburg
Rottenberg - van Bonn, Hauser, Krahn, Schröder - Oster (69. Wilder), Hagedorn, Bajramaj (76. Lenart), Griffoen, Laudehr - Thompson

VfL Sindelfingen:
Donoli - Beck, Heller, Burger, Fauser - U.Müller (74. Coblenzer), Althaus, Spörl - Ruf, N. Müller, Grab

Tore:
1:0 Thompson (37.)

Gelbe Karte: Laudehr - Spörl

Schiedsrichterin: Tanja Schneider (Amberg)

Zuschauer: 847

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