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1. Bundesliga - 20. Spieltag

Es sind noch Ziele da

FCR 2001 Duisburg - SC Freiburg 7:1 (1:1)

Von Daniela Schumann (Text und Fotos)

16.05.2006
Der SC Freiburg ist schon lange eine Art „Angstgegner“ des FCR Duisburg. Bereits in der Hinrunde spielte die Mannschaft aus dem Ruhrgebiet nur unentschieden gegen die Breisgauer und verlor so zwei wichtige Punkte im Kampf um die – damals noch realistische – Meisterschaft. Am drittletzten Spieltag der Saison ging es für die Gastgeber um wichtige Punkte im Kampf um Platz zwei.

Offensiv eingestellt - mit Inka Grings, Shelley Thompson, Fatmire Bajramaj und Simone Laudehr - betrat der FCR den Rasen und zeigte sofort, dass sie nicht erneut bereit waren, Punkte zu teilen. Nach nicht einmal fünf Minuten wurde Grings von der Unparteiischen Miriam Dräger zurückgepfiffen: Abseits. Dieses Szenario sollte noch viele Male im Laufe des Spieles folgen. Die erste große Chance hatte Thompson in der 10. Minute. Nachdem sie einen Eckball in den "16er" getreten hatte, kam dieser zu ihr zurück und sie setzten den Ball mit ihrem Direktschuss nur an die Latte. Ähnliches Pech hatte kurze Zeit später ihre Sturmpartnerin Grings, die den von Annike Krahn an der Mittellinie erkämpften Ball nur knapp am Tor vorbei setzte. Krahn hat ihren Vertrag beim FCR verlängert, was vor dem Spiel bereits über die Stadionlautsprecher bekannt gegeben wurde.

Die erste Chance des Gastes hatte Karine Levy nach knapp einer Viertelstunde. Sie fand sich alleine vor Silke Rottenberg wieder, setzte den Ball aber einige Meter neben den Kasten. Quasi im Gegenzug schoss Inka Grings nach einem Freistoß von Krahn den Ball direkt in die Arme von Alexandra Schwald. Der FCR hatte bisher die größeren Spielanteile, die meiste Zeit verlief das Spiel zwischen Mittellinie und 16er des SCF, die Angriffe des FCR endeten jedoch zu 80 Prozent in der Abseitsfalle des SCF.

Ines Österle, Melanie Behringer, Patricia Hanebeck

Patricia Hanebeck setzt sich gegen zwei Gegenspielerinnen, Ines Österle (l.) und Melanie Behringer, durch.

25 Minuten waren vergangen, als Jennifer Oster, die in dieser Woche ihr Debüt in der U21-Nationalelf feierte, eine Ecke von rechts hereintrat. Es entstand ein Gewusel im Strafraum, und Patricia Hanebeck nutzte das Chaos und schob den Ball ins Tor. Protest kam kurz auf Seiten der Gäste auf, die den Ball vor der Linie weggeschossen haben wollten, aber weder Linienrichterin noch Schiedsrichterin hatten dieses gesehen und gaben den Treffer. Es dauerte zehn Minuten, die Abwehr des FCR schien bereits in der Halbzeit zu sein, und Havva Kutal nutzte diese Schlafphase, als sie alleine vor Rottenberg stand, und besorgte den Ausgleichstreffer.

Nach einem vertretbaren härteren Körpereinsatz (Schieben) von Melanie Behringer an Simone Laudehr ließ sich die Mittelfeldspielerin des FCR zu einem Nachtreten hinreißen und sah dafür die gelbe Karte. Somit sind sowohl Laudehr als auch Hauser und Hanebeck mit vier gelben Karten im Saisonfinale sehr gefährdet.

Melanie Behringer

Dreh- und Angelpunkt des Freiburger Spiels: Melanie Behringer.

In der zweiten Halbzeit blieb Ines Österle in der Kabine, für sie kam Alexandra Stegmann. Die Gäste konnten mit dem Ergebnis der ersten Halbzeit mehr als zufrieden sein und sich neben dem Unvermögen des Gastgebers, den Ball über die Torlinie zu schieben,


Patricia Hanebeck, Inka Grings, Katja Bornschein

Eines der vielen Mittelfeldduelle: Patricia Hanebeck (l.) verfolgt Katja Bornschein. Hinten Inka Grings.

vor allem an bei ihrer Torhüterin bedanken.

Der FCR machte nahtlos da weiter, wo sie vor dem Pausenpfiff aufgehört hatten: Sie stürmten auf das Tor der Gäste. Nach knapp fünf Minuten waren ihre Bemühungen von Erfolg gekrönt. Hanebeck passte den Ball auf Grings, die sieht Laudehr, die die Flanke zur 2:1-Führung verwandelt. Eine verdiente Führung für den FCR. Nur zwei Minuten später rutschte Thompson in eine Rechtsflanke von Oster und schob den Ball zum 3:1 ein.

Annike Krahn

Hat endlich in Duisburg verlängert: Annike Krahn.

Der FCR setzte seinen Spielwitz nun in Tore und wunderbare Chancen um, der SCF hatte mit der Auswechslung den Rhythmus verloren. Eine erneute Flanke von Oster über Hanebeck ließ Grings mit einem Rückzieher knapp am Tor vorbei scheitern. Und als wenn dieses nicht genug gewesen wäre, sorgte Stegmann beinahe für ein Eigentor. Ein schönes Tor gelang Grings in der 62. Minute: Sie spielte die weit herausgeeilte Schwald kurz hinter der Mittellinie aus und ließ nach einem kleinen Schlenker nach rechts den Ball unhaltbar im Tor verschwinden. Die nachgeeilten SCF-Spielerinnen kamen um wenige Meter zu spät - das 4:1 für die Gastgeber. Aus taktischen Gründen brachte Duisburgs Trainer Herhaus im Anschluss Annemieke Griffioen für Laudehr.

Hanebecks Freistoß in der 65. Minute nach einem Foul an Bajramaj fand den Weg zu Grings und diese köpfte den Ball in die Maschen des Gegners. Das schönste Tor des Tages - und gleichzeitig eine Art Dank für die schöne Vorlage eine Minute zuvor - fiel in der 68. Minute: Nach einem sehenswerten Doppelpass zwischen Hanebeck und Grings war es dieses Mal Hanebeck, die das Ball ins Tor der Freiburger setzte. Es schien, als wenn diese beiden inzwischen vor dem Tor der Freiburger zaubern konnten, wie es ihnen gefiel.

Madleen Wilder gab ab der 70. Minute ihre Abschiedsminuten im PCC-Stadion. Sie kam für die ebenfalls in der U21 Nationalmannschaft debütierende Corinna Schröder in die Abwehr. Nachwuchshoffnung Francesca Weber hatte kurze Zeit später das 7:1 auf dem Fuß, scheiterte jedoch alleinstehend an Schwald. Diese hatte Grings fünf Minuten später erneut überwunden, ihr Schuss wurde aber kurz vor der Linie von Katja Bornschein gerettet. Mit Anne van Bonn kam in der 76. Minute eine neue Verteidigerin für die doppelte Torschützin Grings, die sich einen Sonderapplaus verdient hatte.

Den Schlusspunkt in dieser überraschend klaren Partie setzte Bajramaj in der 87. Minute mit dem 7:1 für den FCR. Eine erneute Vorarbeit von Oster nutzte sie auf der linken Seite und lupfte den Ball über Schwald ins Tor. Mit diesem klaren Ergebnis hatte in der ersten Halbzeit niemand gerechnet. Hatte man doch eher verstanden, wieso


Turbine Potsdam nur 1:0 gegen die Breisgauer gewonnen hatte, und nun setzte man sich derartig klar durch.

Alexandra Schwald

Zeigte trotz vieler Gegentore eine gute Leistung: SC-Torfrau Alexandra Schwald

Dietmar Sehrig (Trainer Freiburg):
"Gratulation an den FCR für den Sieg. Sie waren dominant, haben eine gute erste Halbzeit gespielt, wir hatten aber eine sehr gute Torhüterin. Die Umstellung in der zweiten Halbzeit, um auf Konter zu spielen, war unglücklich. Im Nachhinein würde ich die Viererkette nicht mehr auseinanderreißen. Ich bin insgesamt nicht zufrieden, nur in der ersten Halbzeit haben wir ein gutes Spiel gezeigt.

Inka Grings, Patricia Hanebeck

Zusammen mit Jennifer Oster die besten Spielerinnen: Patricia Hanebeck (l.) und Inka Grings.

Dietmar Herhaus (Trainer Duisburg):
"Wir haben ein gutes Spiel gesehen, ein absolutes Kompliment an meine Mannschaft. Ich war mit der ersten Halbzeit zufrieden; mal von der Chancenverwertung abgesehen. Das Kontertor kann man kriegen. Ich habe der Mannschaft in der Kabine gesagt, sie machen ein gutes Spiel, sollen so weitermachen. Der Sieg war verdient. Die Spielfreude meiner Mannschaft war da, wir haben gezeigt, dass wir noch Ziele haben. Ich wünsche mir am Pfingstmontag ein Endspiel für den Eintritt nach Europa.

Aufstellungen

FCR 2001 Duisburg
Rottenberg - Hauser, Krahn, Schröder (70. Wilder) - Oster, Weber, Bajramaj, Laudehr (62. Griffioen), Hanebeck - Grings (77. van Bonn), Thompson

SC Freiburg:
Schwald - Söder, Behringer, Kuhle - Bornschein, Kutal (87. Schneider), Österle (46. Stegmann), Kaltenbach - Levy, Haag, Thom

Tore:
1:0 Hanebeck (25.)
1:1 Österle (36.)
2:1 Laudehr (51.)
3:1 Thompson (53.)
4:1 Grings (62.)
5:1 Grings (65.)
6:1 Hanebeck (66.)
7:1 Bajramaj (87.)

Gelbe Karte: Laudehr

Schiedsrichterin: Miriam Dräger (Mainz)

Zuschauer: 784

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