Bilder und Text von Daniela Schumann 3.4.2006
Eine Woche nach dem Aus im DFB Pokal hatte der FCR Duisburg seinen “Angstgegner”, den FC Bayern zu Besuch. Die Bayern hatten den Damen aus dem Ruhrgebiet bereits in der Hinrunde zwei Punkte abtrotzen können, nach der Schlappe der Frankfurter war es wichtig für den FCR, dieses Mal alle drei Punkte zu behalten um im Kampf um die Meisterschaft Boden gut zu machen.
 Freude über geglücktes Comeback. Shelley Thompson mit Madleen Wilder
1014 Zuschauer hatten sich um 14 Uhr im PCC Stadion eingefunden, unter ihnen auch die Bundestrainerin Silvia Neid, die langsam zum Stammgast in Homberg wird.
Beide Mannschaften begannen offensiv, ohne jedoch das jeweils andere Tor zu gefährden. Die Partie fand hauptsächlich auf der rechten Seite statt, immer zwanzig bis dreißig Meter von der Mittellinie entfernt. Es war, als wenn beide den Strafraum der anderen Mannschaft auf biegen und brechen meiden wollte.
Es dauerte 17 Minuten bis der FCR den Hauch einer Chance hatte, aber sowohl Inka Grings als auch Corinna Schröder wussten den Ball nicht ins Tor zu bekommen. Immerhin schien dies den FCR ein wenig wach zu rütteln. Drei Minuten später stand Grings alleine vor Ulrike Schmetz, verhampelte sich jedoch selber den Ball und Patricia Hanebeck konnte mit ihrem Nachschuss die Schlussfrau der Bayern auch nicht überwinden. Nur zwei Minuten später war es wieder Grings, die die Führung auf den Fuß hatte, aber von Corinna Paukner gestoppt wurde.
 Anne van Bonn schoss ihr 2. Tor der Saison
Erneut nur zwei Minuten später passte Anne van Bonn aus der Abwehr auf Patricia Hanebeck, die das Leder an Corinna Schröder abgab, die in bester Position stand um einzuschießen.
Aufregung in der 27. Minute. Inka Grings war mit dem Ball auf dem Weg zum Tor der Bayern und konnte vom Carmen Roth nur noch mit einem heftigen Ziehen am Trikot gestoppt werden. Die logische Schlussfolge war, da Roth die letzte Frau war, die rote Karte und ein Freistoß aus guter Position, der knapp neben dem Tor vorbei ging.
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Gefahr vor dem vor der Bayern: Inka Grinks vor der Torfrau der Münchnerinnen Ulrike Schmetz. Ausserdem im Bild Corinna Schröder, Kathleen Krüger und Sonja Spieler
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Nach einer halben Stunde kam endlich etwas Zählbares aus den Angriffen des Vizemeisters. Nach einer Ecke von Madleen Wilder fasste sich Anne van Bonn ein Herz und schob den Ball über die Linie zum 1:0 für die Gastgeber. Der FC Bayern hatte bis dato nicht einmal den Ansatz einer Torchance. Weswegen die Führung in Ordnung ging.
 Patrizia Hanebeck verfolgt von Sonja Spieler
Inka Grings hätte wenige Minuten später mit einem Kopfball die Führung ausbauen können, aber die Torjägerin stand sich heute selber im Weg und vergab ihre Chancen. Man hatte das Gefühl, sie wollte ihr Tor „zu schön“ machen.
In der 38. Minute wechselte der FCR Duisburg das erste Mal aus: Corinna Schröder verließ das Feld und für sie kam die Torschützenkönigin der vergangenen Saison, Shelley Thompson, die wegen ihrer Verletzung lange gefehlt hatte und – wie es hieß - wegen eines „Denkzettels“ nicht gegen Frankfurt im DFB Pokal hatte spielen dürfen.
Dieser Wechsel zahlte sich bereits drei Minuten später aus. Shelley Thompson stand auf der linken Seite völlig frei und schoss den Ball ins Tor der Münchener. Das war ein Einstand nach Maß.
 Die Bayern Carmen Roth, Bianca Rech und Ulrike Schmetz retten den Ball vor Inka Grings
Mit diesem Tor und zwei gelben Karten – die erste für Felicia Notborn und die zweite für Petra Hauser beendete eine gut pfeifende Christine Frai die Partie. Nachdem man sich oft über die Leistung der Unparteiischen in den letzten Spielen beklagen konnte, gab es heute bis dato keinen Grund zur Klage.
Die Pechsträhne der Inka Grings ging in der zweiten Halbzeit weiter. In der 50. Minute vergab sie alleinstehend vor Ulrike Schmetz und als diese eine Minute später geschlagen war, rettet Kathleen Krüger vor Shelley Thompson. Für die erfolglose Grings, die selber anzeigte, dass sie ausgewechselt werden müsse, kam im Anschluss Jennifer Oster.
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Ein Bock der bayrischen Torhüterin und die Mithilfe des Windes, der den Ball Shelley Thompson vorlegte (oder eher wehte) brachte der Stürmerin beinahe ihr zweites Tor, aber sie verfehlten den Kasten knapp. Dafür machte sie es in der 56. Minute besser und lupfte den Ball über Ulrike Schmetz ins Tor.
Der FC Bayern brachte in der 60. Minute für Kathleen Krüger Annika Fröhlich und der FCR schickte acht Minuten später Lira Bajramaj, die am Vortag ihren 18. Geburtstag feierte für Francesca Weber aufs Feld.
Gefährlich vor dem Tor des FC Bayern wurde es in der 70. Minute als Abwehrchefin Annike Krahn mit nach vorne gekommen war und das runde Leder knapp über das Tor hinweg köpfte.
Der eben gegen den FC Bayern wehende Wind griff erneut ins Spielgeschehen ein, als er zusammen mit Silke Rottenberg, die einen ruhigen Tag verlebte, eine Minichance von Binaca Rech vereilte. Es schein so, als wenn der FC Bayern das Wetter heute gegen sich hatte.
Highlight des Spiels war der Sololauf der Shelley Thompson in der 85. Minute, die mit dem 4:0 einen Hattrick feiern konnte. Ein Erlebnis, das nicht nur die Spielerin freute, sondern auch alle Fans der FCR, die lange darauf gewartet hatten, dass ihre Torjägerin wieder fit war.
Zwei Chancen des FC Bayern konnten in den letzten Minuten noch gezählt werden. Die erste durch Christine Eckmann, die in der 80. Minute für Bianca Eder gekommen war und deren Chance Silke Rottenberg vereitelte und die zweite für Nina Aigner, die aber ebenfalls den Ball nicht ins Tor der Gastgeber bekam. Diese hatte mit einem erneut wuchtigen Kopfball von Annike Krahn die Chance zum 5:0, aber Ulrike Schmetz klärte auf der Linie.
Der FCR hatte sich nach Abpfiff für die zwei verlorenen Punkte revanchiert und mit diesem Spiel ihre zehntes Heimspiel ohne Gegentor bestritten.
FCR Duisburg
Rottenberg - van Bonn, Wilden, Hauser, Krahn, Schröder (38. Thompson) - Hanebeck, Hagedorn, Griffoen - Grings (53. Oster), Weber (67. Bajramaj)
FC Bayern
Schmetz - Krüger (60. Fröhlich), Eder (79. Eckmann), Paukner - Partzsch, Simic, Roth, Spieler - Scasna, Notbom (71. Aigner), Rech
Tore:
1:0 van Bonn (29.)
2:0 Thompson (41.)
3:0 Thompson (56.)
4: 0 Thompson (85.)
Gelbe Karten: Hauser, Hanebeck – Notborn
Gelbe-Rote Karten: Roth (Notbremse, 27.)
Zuschauer: 1014
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