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1. Bundesliga, 19.SpieltagViola Odebrecht kommt zum FCRFCR 2001 Duisburg - SG Essen-Schönebeck 4:0 (0:0) | ||
Text und Bilder von Heinz Günter Sporkel08.05.2006 Der FCR Duisburg wollte auch nach dem Spiel gegen den Nachbarn aus Schönebeck weiterhin auf Kurs UEFA-Cup-Platz bleiben. Dazu sollte die Mannschaft um Trainer Herhaus nach dem verkorksten Sindelfingen-Heimspiel ihren Fans wieder die gewohnte Fußballstärke zeigen. Allerdings brauchten die Löwinnen für ihr Vorhaben 50 Spielminuten Anlaufzeit, und so vollkommen überzeugt hat der FCR dabei nicht. Eine ganze Halbzeit lang trauten viele Anhänger beider Teams ihren Augen nicht. Der FCR hatte Schwierigkeiten ins Spiel zu finden. Die SGS ging forsch ans Werk und zeigte dieses Mal keinen Respekt. Ralf Agolli hatte das Spielsystem etwas umgestellt. Unerwartet offensiv versuchte Schönebeck von Spielbeginn an das Spiel an sich zu reißen. Melanie Hoffmann und Stefanie Weichelt sprühten vor Tatendrang. Beide waren kaum zu bremsen. Allerdings ist man im Sturm mit Charline Hartmann zu dünn besetzt. Dort ist das Team noch am einfachsten auszurechnen. Charline Hartmann braucht unbedingt eine Sturmpartnerin. Dann kann man die Lasten auf mehrere Schultern verteilen. Trotz allem machte Essens Torjägerin eine sehr gute und ansprechende Partie. Die U17 des FCR Duisburg wurde vor dem Spiel für den Gewinn der Niederrheinmeisterschaft geehrt. Vom FCR war in der ersten Halbzeit nicht viel zu sehen. Annemieke Griffioen tauchte ganz ab. Simone Laudehr hatte gerade mal einen Kopfball nach einer Ecke auf das Tor gebracht. Doch kein Problem für SGS-Keeperin Monique Langpohl (11. Spielminute). Danach war auch von der schnellen Stürmerin nichts mehr zu sehen. Das Team um Spielführerin Petra Hauser fand nicht so richtig ins Spiel. Die erste Halbzeit wurde sozusagen verschlafen. Vielleicht lag es am herrlichen „Sommerwetter“. An diese Temperaturen muss Frau sich auch erst einmal gewöhnen. Die einzigen Tormöglichkeiten bis zur Pause hatte die SGS. Hartmann - wie schon erwähnt - stand nach einem Zuspiel von Mirja Kothe alleine vor Silke Rottenberg, doch Rottenberg zeigte ihre ganze Klasse. Zu diesem Zeitpunkt schrieb man die 33.Spielminute. Von Shelley Thompson und Lira Bajramaj hatte man nicht allzu viel gesehen, obwohl beide Spielerinnen schon bemüht waren. Melanie Hoffmann spielte in der 41.Spielminute Mirja Kothe den Ball in den Lauf. Momentan ist Kothe kaum zu stoppen, ihr Schuss ging knapp am Tor von Silke Rottenberg vorbei. Als Nicole Schumacher zur Pause pfiff, stand es 0-0. Die SGS stand kompakt in der Abwehr und hatte noch die richtige Einstellung zum Spiel. Duisburg wirkte ein wenig überheblich und es gelang nicht so wirklich viel. Nach der Pause sah dies dann alles ganz anders aus. Trainer Herhaus wird seiner Mannschaft in der Kabine schon verdeutlicht haben, eine bessere Spielweise zu zeigen. Erste Maßnahme: Anne van Bonn blieb draußen und Patricia Hanebeck kam ins Spiel. Damit wollte man im Mittelfeld Übergewicht bekommen. Doch zur Wende half die SGS-Abwehr mit. In der 50. Spielminute ein Missverständnis zwischen Carina Chojnacki und Stephanie Schubert. Keine von beiden Spielerinnen wollte den Ball so wirklich klären, Shelley Thompson witterte die Situation und schob das Spielgerät noch vor Monique Langpohl ins Tor. Ein herrliches Gastgeschenk des Reviernachbarn aus Essen.
Die Essener Fans mit ihrem neuen Transparent.
Im Gegenzug hatte Charline Hartmann noch die Möglichkeit zum Ausgleich. Herrliche Flanke von Melanie Hoffmann, doch Hartmanns knallharter Kopfball ging am Tor vorbei. Damit war bis kurz vor dem Abpfiff von der Schönebeck-Offensive nichts mehr zu sehen. Nun drehte der FCR auf. |
Akrobatische Einlage von Essens Torfrau Monique Langpohl. | |
Duisburg wurde stärker. Das 1-0 beflügelte das Team und man wurde der Favoritenrolle nun gerechnet. Jetzt kamen die Minuten der Lira Bajramaj. In der 53.Spielminute spielte Shelley Thompson die SGS Abwehr auseinander. Der Ball kam zu Bajramaj. Knallhart ging das runde Leder aufs Tor, doch irgendwie begrub Monique Langpohl noch den Ball unter sich. Nicht 2-0, sondern eine Glanztat der SGS-Schlussfrau. Langpohl spielte eine gute Partie. Sicherlich wirken und sind auch manche Aktionen noch hektisch von Essens sympathischer Torhüterin, doch mit mehr Erfahrung wird sich dies legen und die Routine kommen. Shelley Thompson (r.) und Lira Bajramaj vor Beginn des Spiels, in dem sie zusammen drei Tore erzielen sollten. Carina Chojnacki musste in der 60. Spielminute verletzungsbedingt vom Spielfeld. Danach ging es in der Defensivabteilung der SGS drunter und drüber. Oder sagen wir eher mal drin oder daneben! In der 65.Spielminute dann das 2-0 für den FCR. Lira Bajramaj stand vollkommen frei und im Abseits. Kein Pfiff und ein trockener Schuss zum 2-0. Die selbe Szene dann in der 68.Spielminute - wieder Lira Bajramaj blank im Strafraum und 3-0. Diesmal war es kein Abseits und ein reguläres Tor. Bajramaj auch nach einer Flanke eine Minute später wieder frei vor dem Schönebeck Tor, diesmal allerdings knallte Lira den Ball in die Wolken. Inka Grings kam dann in der 75.Spielminute ins Spiel, sie kuriert noch eine Verletzung aus. Eine sehr gute Maßnahme, die Spielerin wieder langsam einzubauen. Mit Verletzungen haben beide Teams zu kämpfen. Verena Hagedorn wird leider lange ausfallen, Elena Hauer wird langsam zum Pechvogel. Iris Flacke verrichtet momentan andere Aufgaben. Aktuell hat sich nun auch Sandra Deilmann (SGS) einen Kreuzbandriss zugezogen. Auch Sandra wird lange Ausfallen. Von hieraus und auch vom Fansoccer-Team an alle Spielerinnen gute Besserung und werdet schnell wieder fit.
Junges Talent - Francesca Weber - mit Erfahrung im Rücken (Silke Rottenberg). Weber spielte eine starke Partie. Inka Grings zeigte sofort ihre Gefährlichkeit und erhöhte in der 81.Spielminute zum 4:0. Sehenswert die Vorarbeit zum Tor von Patricia Hanebeck.Zwei Minuten vor Schluss vergab Melanie Hoffmann den Ehrentreffer. 842 Zuschauer sahen zwei verschiedene Halbzeiten. Der FCR hat verdient, wenn aber auch etwas zu hoch gewonnen. Am Ende ist das Ergebnis jedoch zweitrangig, es zählen die Punkte. Doch um den UEFA-Cup-Platz zu erreichen, muss der FCR Duisburg sich in den nächsten Spielen besser ins Zeug legen. Die zweite Halbzeit muss dann der Maßstab für neunzig Minuten werden. Der FFC Frankfurt sollte gewarnt sein.
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Kommt es am letzten Spieltag zum Finale in Duisburg, dann kann der FCR den Hessinnen die Saison vollkommen vermiesen. Der Stachel der Pokalniederlage sitzt noch tief in den Duisburger (Fan-) Herzen, man will die Revanche. Für die SG Schönebeck wird es in den letzten Saisonspielen nur noch um die Statistik gehen. Der Klassenerhalt ist schon längst geschafft. Trainer Agolli nutzt die Zeit zum Testen. Im Focus steht Kathrin van Kampen. Das junge Talent hat sich Durchgebissen und ließ besonders in der ersten Spielhälfte nichts anbrennen. Der Frauenfußball im Ruhrgebiet lebt, und das ist auch gut so. Eventuell gibt es dann auch in der nächsten Spielzeit endlich mal internationales Flair auf dem grünen Rasen.
Trainer Ralf Agolli (Essen): Verloren, aber dennoch gefeiert - die SG Essen-Schönebeck bedankt sich bei ihren Fans.
Trainer Dietmar Herhaus (Duisburg):
Während der Pressekonferenz waren auch Sonja Fuss und Viola Odebrecht anwesend. Der FCR bestätigte mit einer Pressemitteilung die Verpflichtung von Viola Odebrecht. Damit gibt es jetzt keine Gründe mehr zu Spekulationen. Viola kehrt in die Bundesliga zurück und wird den FCR enorm verstärken.
FCR Duisburg : | |