FFC Brauweiler Pulheim : VfL Sindelfingen
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1. Bundesliga - 22. Spieltag

Brauweiler erreicht Klassenziel

FFC Brauweiler Pulheim : VfL Sindelfingen 1:1 (0:0)

Von Uwe und Mareike Carlitscheck

07.06.2006

Im letzten Meisterschaftsspiel ging es um eine der härtesten Entscheidungen, die im Fußball gefällt werden kann: um den Abstieg aus der Ersten Bundesliga, bzw. darum, diesen zu vermeiden. Darüber hinaus war bei den Gästen aus Sindelfingen gleichzeitig auch noch die zweite Mannschaft betroffen. Diese war in der Zweiten Bundesliga zwar sportlich gesichert, würde aber zwangsabsteigen müssen, wenn die "Erste" nicht gewinnt.

Eine dramatische Ausgangslage also, und von der spannenden Voraussetzung waren immerhin 650 Zuschauer ins Pulheimer Stadion gelockt worden, darunter eine große Anzahl Fans aus dem Schwabenland, die ihr Team unermüdlich anfeuerten. Da auch die Gastgeberinnen diesmal viel Lärmunterstützung hatten, wurde es ein lebendiges und auch ansehnliches "Endspiel".

Voller Einsatz auf beiden Seiten - wer verliert, steigt ab.

Brauweiler startete in der ersten Minute mit einer Ecke, doch Sindelfingen machte in den ersten zwölf Minuten mehr Druck. Dann kam Sonja Fuss zu ihrer ersten Chance, scheiterte aber mit zu schwachem Schuss an Daniela Donoli im Gästetor. Wenig später zog sich die Brauweiler Nationalspielerin in ihrem letzten Spiel, sie wechselt bekanntlich nach Duisburg, eine Knöchelverletzung zu, musste fünf Minuten lang behandelt werden und spielte fortan sichtlich gehandikapt. Sie hielt aber bis zum Schlusspfiff durch.

Sonja Fuss (r.) absolvierte ihre Abschiedspartie für Brauweiler und bereitete den Führungstreffer vor.

Das Spiel verlief in der ersten Halbzeit weitgehend ohne Höhepunkte. Beide Mannschaften waren bemüht, keine Fehler zu machen und vor allem in der Abwehr sich keine Blöße zu geben. So kam es bis zum Pausenpfiff der sicher leitenden Schiedsrichterin Moiken Jung zu keinen nennenswerten Aktionen, außer
Am Ende wurde es für die Brauweilerinnen nochmal eng, was den Klassenverbleib anging. Umso größter war der Jubel über das Führungstor von Susanne Kasperczyk.

Foto: Florian Büchting


zwei im Ansatz guten, letztlich aber ungefährlichen Schüssen von Susanne Kasperczyk in der 40. und 45. Minute.

Dass das Spiel sich steigern würde, war allen Zuschauern klar, denn bei diesem 0:0 wäre Sindelfingen abgestiegen. Die Gäste waren gefordert, den Druck und die Anstrengungen erheblich zu verstärken. Der Schuss ging aber „nach hinten“ los, denn bei einem schnellen Angriff Brauweilers aus der eigenen Hälfte heraus kam der weit geschlagene Ball nach rechts zu Fuss, die sofort quer auf die halblinke Position flankte, wo Kasperczyk aus dem Lauf heraus ein äußerst sehenswertes Tor erzielte, das stark umjubelt wurde. Das 1:0 konnte die Rettung bedeuten. „Zwei Tore schießen die nicht mehr!“, meinte eine Zuschauerin – aber war in Pulheim nicht schon mehrmals das Spiel erst kurz vor Schluss gegen die Gastgeberinnen entschieden worden?

Jetzt ging es richtig los. Nur ein Sieg konnte die Schwaben noch retten. Sie erhöhten den Druck, waren nun sehr häufig in der Brauweiler Hälfte, gaben aber dadurch immer wieder Gelegenheit zum schnellen Gegenangriff. Es hätte durchaus das zweite Tor fallen können – gäbe es die Abseitsregel nicht, die zu viele der Angriffe Brauweilers stoppte. Auf der anderen Seite erwiesen sich die Abwehrspielerinnen mit Gorges und Niculescu in den Hauptrollen als sicher und kampfstark.

In der 71. Minute aber kam es doch zum Ausgleich. Sandra Ruf überlief ihre Bewacher und schob den Ball an der ihr entgegen stürzenden Britta Trescher vorbei ins Netz. Riesenjubel nun im Sindelfinger Lager, wiederholtes Auf-die-Uhr-Schauen beim Brauweiler Anhang. Genau fünf Minuten später brachten die Gäste sich selbst um ihre Chancen, denn die erst zur Halbzeit eingewechselte Nina Müller sah zum zweiten Mal Gelb – also Gelbrot, Dezimierung der tapfer weiter stürmenden Gäste. Nun wurden aber auch die Konter der Grün-Weißen zahlreicher und gefährlicher, so dass letztlich bis zum Schlusspfiff keine der beiden Mannschaften wirklich sicher sein konnte, nicht doch noch einen weiteren Treffer zu erhalten. In der 88. Minute hatte Anne Lenz eine Riesenmöglichkeit, traf aber den Ball nicht richtig. Auch drei Minuten Nachspielzeit brachten nichts mehr ein – Schlusspfiff!
Für Brauweiler war es ein gewonnenes Endspiel, das mit Sektduschen und Freudentänzen gefeiert wurde; für Sindelfingen war es das Ende von nur einem Jahr Zugehörigkeit zur obersten Spielklasse. Aber auch die Gästefans spendeten ihren enttäuschten Spielerinnen Beifall und Anfeuerung.

Susanne Kaspercyzk bewahrte den FFC mit ihrem 1:0 vor dem erneuten Abstieg in die Zweite Bundesliga.

Foto: Florian Büchting


Wir in Brauweiler und Umgebung freuen uns auf ein weiteres Jahr in der ersten Liga und hoffen, dass es nicht wieder zu solchen Zitterspielen kommen wird! Glückwunsch an das gesamte Team und den Trainer Willi Küpper!

Aufstellungen

Brauweiler
Trescher, Kasperczyk, Muresan, Niculescu (70. Schäfer), Fehrenbach (40. Defterli; 88. Renner), Fuss, Sims, Bleibler, Lenz, Gorges, Bisby

Sindelfingen
Donoli, Hees, Althaus, Beck, Spörl, Burger, Fauser (45. N. Müller), Ruf, Heller (69. U. Müller), Grab, Chandraratne (54. M. Müller)

Tore:
1:0 Kasperczyk (47.)
1:1 Ruf (68.)

Gelb: Kasperczyk, Muresan
Gelb/Rot: N. Müller

Schiedsrichterin: Moiken Jung (Worms)

Zuschauer: 650

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