1. Bundesliga 3. Spieltag

Brauweiler holt die ersten Punkte

FFC Brauweiler Pulheim : FSV Frankfurt 5:0 (1:0)

Von Uwe und Mareike Carlitscheck

29.08.2005

Sind die Grün-Weißen jetzt in der ersten Liga angekommen? Das Fragezeichen stand ja nach den beiden Auftaktniederlagen über der heutigen Partie, die für beide Mannschaften bereits überaus wichtig war. Auch der Gast aus Frankfurt steht schon mit dem Rücken zur Wand in dieser Zwei-Klassen-Gesellschaft. Gegen die vermeintlich schwächeren Gegner muss einfach gepunktet werden – dies galt vor dem Spiel für beide Teams. Hier der noch sieglose Aufsteiger, dort die Mannschaft mit dem größten Aderlass. So durften die 200 Zuschauer ein kampfbetontes Spiel erwarten, und sie sollten auch voll auf ihre Kosten kommen.

Brauweiler – heute ganz in schmuckem Weiß gekleidet – begann stürmisch und drängte die Frankfurter sogleich in deren Hälfte. Nur kurze Zeit konnte die Gästeabwehr diesem Druck standhalten, dann fiel die frühe Führung. Susi Kasperczyk kam in halblinker Position an den Ball, lief einige Schritte und schmetterte ihn aus etwa 20 m unhaltbar hoch ins rechte Eck. Die insgesamt nicht schlecht haltende Gästetorhüterin Yvonne Scheil hatte keine Chance. Groß war der Jubel bei den Gastgeberinnen, die dieses frühe Tor gewollt hatten.

Neue Trikots für die Brauweilerinnen - endlich auch mit Namen...

Jetzt hielten die Frankfurterinnen mit einigen schnellen Gegenangriffen dagegen, die gar nicht ungefährlich waren. Mehrmals brannte es lichterloh vor dem Tor von Britta Trescher, die jedoch mit gewohnter Sicherheit ihr Tor sauber hielt. Die optische Überlegenheit von Brauweiler war deutlich, doch wurden auch auf dieser Seite mehrere gute Torgelegenheiten vergeben. Es hätte bis zur Pause gut auch 2:2 oder 3:3 stehen können – aber letztendlich blieb es zunächst bei der knappen Führung. Der FSV hielt kämpferisch gegen die technisch besser spielenden Brauweilerinnen, was auf deren Seite zu etlichen Ballverlusten führte. Auch in der Hintermannschaft zeigten sich mehrfach Unsicherheiten, die immer wieder Gefahr für das eigene Tor brachten.


Insbesondere in der zweiten Halbzeit setzte Brauweiler die gegnerische Abwehr unter Dauerstress.

In der 43. Minute hätte Sonja Fuss beinahe das zweite Tor erzielt, als sie frei auf der rechten Seite in den gegnerischen Strafraum eindrang. Ihr Schuss war aber nicht platziert genug und wurde von der herauslaufenden Yvonne Scheil abgewehrt. Mit 1:0 wurden die Seiten gewechselt.

In der Pause wechselte Trainer Willi Küpper den Neuzugang Miriam Marx ein; Louisa Bisby, die bis dahin nicht sehr überzeugend gespielt hatte, musste auf der Auswechselbank Platz nehmen. Die Hintermannschaft des FFC erhielt nun mehr Stabilität. Küpper muss in der Pause wohl auch die richtigen Worte gefunden haben, denn seine Elf wurde immer stärker. Da nutzte es auch nichts, dass Frankfurts Trainer Frank Schwalenberg seine Mannschaft mit dem Ruf „Nach vorne! Die werden müde!“, zu motivieren versuchte. Brauweiler wurde im Laufe der zweiten Halbzeit drückend überlegen und ließ nur noch wenige Gegenangriffe zu, die jedoch nicht mehr die Gefährlichkeit der ersten Hälfte hatten.

Bereits in der 57. Minute wurde eine der sich bietenden Chancen genutzt. Mariana Cziorba kurvte mit dem Ball durch die Hintermannschaft des FSV, umspielte auch noch die herausstürzende Torhüterin und schoss flach ins linke Eck zum viel bejubelten 2:0. Nach diesem Treffer ergaben sich die tapferen Gäste mehr oder weniger in ihr Schicksal und leisteten nicht mehr den Widerstand, den man erwartet hätte. Sie bekamen schwere Beine und liefen oft hinterher. So fielen fast zwangsläufig die weiteren Tore, und alle waren sie äußerst sehenswert! Ein Volleyschuss von Sonja Fuß in der 66. Minute nach Superflanke der diesmal in bestechender Form spielenden Kasperczyk brachte das 3:0, und die Freude bei der Schützin war riesig, hatte sie dieses Tor gegen ihren alten Verein doch gewünscht.

In der 75. Minute erhöhte die eingewechselte Miriam Marx mit sattem Distanzschuss – ähnlich dem ersten Treffer vor der Pause – auf 4:0. Kurz danach traf ein Kopfball-Torpedo von Ciorba nur den linken Pfosten; weitere Schüsse gingen knapp übers Tor oder wurden abgefälscht. Die Zahl der Eckbälle ging gegen zwanzig. Das letzte Tor fiel dann doch durch einen Kopfball. Leah Sims erzielte ihn kurz vor Schluss nach einer genau gezirkelten Ecke von Kasperczyk.


5:0 – und es hätten gut noch zwei, drei Tore mehr sein können, wären die Möglichkeiten vor allem in der ersten Halbzeit besser und konsequenter genutzt worden. Die drei Punkte wurden hoch verdient eingefahren gegen einen zuletzt etwas resignierenden Gegner, der zumindest in der letzten halben Stunde überfordert schien. In dieser Verfassung ist der FSV leider nicht in der richtigen Liga.

Drei Torschützinnen vom gestrigen Spiel: Sonja Fuss (hinten links), Leah Sims (hinten rechts) und Susanne Kasperczyk (vorne links). Außerdem: Eva Augustin.

Es bleibt zu hoffen, dass doch noch eine Besserung erfolgt und dieses traditionsreiche Team der Szene des Frauenfußballs nicht ganz verloren geht! Wünschen wir den tapferen Frankfurterinnen eine bessere Zukunft!

Aufstellungen:

Brauweiler:
Trescher, Kasperczyk, Gorges, Sims, Bisby (46. Marx), Seuren, Fuss, Muresan (63. Fehrenbach), Augustin, Koch (69. Ziegler), Ciorba

Frankfurt:
Scheil, Bärthel, Holzhaus, Özer, M. Müller, Nyembo, Engel, Maksuti (83. Günther), Stunz, Gado, Schatton (72. Bout)

Tore:
1:0 Kasperczyk (7.)
2:0 Ciorba (57.)
3:0 Fuss (66.)
4:0 Marx (75.)
5:0 Sims (88.)

gelbe Karten: Holzhaus, Gado

Schiedsrichterin: Christine Beck (Magstadt)


Zur Fansoccer-Startseite