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1. Bundesliga - 18. Spieltag
Schock kurz vor Schluss
FFC Brauweiler Pulheim : SC Freiburg 1:2 (0:0) | ||
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Von Uwe Carlitscheck
24.04.2006 In Brauweiler sind die wenigen Unentwegten, die noch zu den Heimspielen des FFC kommen, in der Rückserie dieser Bundesligasaison schon Schlimmes gewohnt; die schwachen Spiele gegen Hamburg oder Rheine, die peinlich hohen Niederlagen gegen die Mannschaften des Spitzentrios gaben immer mehr Anlass zum enttäuschten Nachdenken. Das sollte heute ganz anders werden; ABER … Die Brauweiler Mannschaft trat hochmotiviert und mit viel kämpferischem Einsatz an. Die theoretisch noch notwendigen drei Punkte gegen den Abstieg sollten unbedingt eingefahren werden. Angeführt von der unermüdlichen Spielführerin Sonja Fuss, mit einer durch die wieder spielberechtigte Oana Niculescu stabilisierten Abwehr und mit einer stark nach vorne orientierten Susanne Kasperczyk, erspielten sich die Grün-Weißen im Laufe der ersten Halbzeit viele Spielanteile gegen einen allerdings immer brandgefährlichen Gegner. Für die Freiburger ging es um nichts mehr; sie konnten frei aufspielen und kamen immerhin mit der Empfehlung eines jüngst errungenen Sieges über die Favoriten vom FFC Frankfurt. Archivbild: Nora Kruse So wurde es vom Anpfiff weg ein sehr lebhaftes, spannendes Spiel mit zahlreichen Torszenen und einer Reihe so genannter todsicherer Chancen auf beiden Seiten fast im Minutentakt. Schon in der dritten Spielminute wurde Britta Trescher nach einem Freistoß zur Faustabwehr gezwungen; in der achten Minute kam Kasperczyk nach guter Hereingabe von Fuss zum Schuss, traf aber nur eine Werbewand; in der vierzehnten Minute stand Kerstin Boschert plötzlich ganz frei vor Trescher, schoss aber hoch am kurzen Eck vorbei. Die Chancen auf beiden Seiten wurden so zahlreich, dass sie nicht alle aufzuzählen sind. Schüsse aus guten Positionen von Fuss, Kasperczyk, Ziegler, Bisby auf der einen Seite, von Behringer, Bornschein, Kaltenbach auf der anderen - es war erstaunlich und nicht zu begreifen, dass es zur Pause noch 0:0 stand! Beide Teams hätten bereits zwei oder drei Treffer erzielen müssen. Allerdings zeigten auch die beiden Torhüterinnen verschiedentlich ihr gutes Können und reagierten oft schnell und erfolgreich. Archivbild: Nora Kruse |
Archivbild: Nora Kruse | |
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Die zweite Halbzeit begann zunächst, wie die erste geendet hatte. Das große Bemühen der Brauweilerinnen war deutlich zu
spüren, allerdings führte der Übereifer auch öfters zu leichtsinnigen Ballverlusten und vielen Abspielfehlern. Dann aber
kam der nächste Höhepunkt dieses spannenden Spiels: In arger Bedrängnis wollte Frauke Renner zu ihrer Torhüterin
zurückspielen, traf den Ball aber zu schwach, so dass Havva Kutal schneller am Ball war und nun allein auf das Tor der
Gastgeber zulief. Trescher konnte nur ein Tor verhindern, indem sie die Gegnerin zu Fall brachte: Elfmeter für Freiburg,
Gelb für Trescher. Und dann traf Alexandra Kury mit dem Strafstoß nur gegen den rechten Pfosten! Es blieb torlos, und noch
einmal ging ein Ruck durch die Mannschaft von Brauweiler. Sie erspielte sich nun eine leichte Überlegenheit und kam zu so
vielen Torchancen, dass der Führungstreffer mehr als verdient gewesen wäre. Leider war Sonja Fuss, die immer wieder der
gegnerischen Abwehr davonlief, nicht erfolgreich – sie hätte heute vier oder fünf Tore erzielen können. Im Abschluss war
sie jedoch zu überhastet, traf meist das Tor nicht.
Archivbild: Nora Kruse So stieg die Spannung bei den etwa 120 Zuschauern, denn auch Freiburg blieb stets mit schnellen Gegenangriffen brandgefährlich und hatte ebenfalls mehrere Großchancen. Wie eine Erlösung wirkte dann das endlich erzielte 1:0 von Fuss, die den Ball diesmal flach an der Torhüterin Alexandra Schwald vorbei ins linke Toreck lenkte. Noch neun Minuten, und Brauweiler lag in Führung! Jetzt nur keinen Fehler mehr machen … Leider blieb diese Hoffnung ein Wunschtraum. Der Fehler wurde schon zwei Minuten später in der Hintermannschaft gemacht, als keiner zum Wegschlagen des Balles die Verantwortung übernahm. Dadurch war Kutal plötzlich frei und in Ballbesitz; sie nahm das Geschenk gerne an und schob den Ball aus kurzer Entfernung zum Ausgleich ins Netz. 1:1, großes Entsetzen bei Spielern und Zuschauern; und es kam noch viel schlimmer. Konzentration und letzte Sicherheit verbrauchten sich |
ebenso wie die letzten Kraftreserven einiger Spielerinnen.
Es geschah, was niemals hätte geschehen dürfen: In der 87. Minute kommt Karine Levy frei zum Schuss nach schnellem Angriff
in Überzahl, und sie lässt der verzweifelten Trescher keine Chance – 1:2. Ein nicht mehr erwartetes Ende, das bei den
Zuschauern helles Entsetzen auslöste.
Archivbild: Nora Kruse Auch wenn zu viele Chancen vergeben wurden (sie wurden ja auch immerhin erspielt!), so muss man den Brauweilerinnen doch bescheinigen, dass die Niederlage äußerst unglücklich und letztlich unverdient zustande kam. Allerdings gab es auch nicht zu übersehende Defizite in der Mannschaft: Natürlich die Chancenauswertung; oft mangelnde Sicherheit in der Ballbehandlung; fehlende Cleverness im Zweikampfverhalten, was zu sehr vielen Freistößen führte; einigen Spielerinnen fehlt die Grundschnelligkeit. Lobenswert sind der Einsatzwille, der Eifer, auch die heute zu spürende Entschlossenheit, die Bundesligatauglichkeit unter Beweis zu stellen. Für die nächste Saison sollte die Mannschaft allerdings erheblich verstärkt werden, damit nicht wieder bis zuletzt gezittert werden muss! Aufstellungen Brauweiler Trescher, Balzer (70. Defterli), Kasperczyk, Renner (52.Muresan), Augustin (45. Lenz), Niculescu, Fuss, Sims, Gorges, Bisby, Ziegler Freiburg Schwald, Boschert, Söder, Kury, Kaltenbach, Behringer, Bornschein, Kutal (89. Österle), Haag (68. Maillard), Thom, Schmidt (60. Levy) Tore 1:0 Fuss (81.) 1:1 Kutal (83.) 1:2 Levy (87.) Schiedsrichterin: Marina Wozniak (Herne) Gelb: Trescher, Ziegler, Muresan Zuschauer: 120 Zur FanSoccer-Startseite | |