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1. Bundesliga Nachholspiel vom 6. Spieltag"Endlich geht es wieder los"FFC Brauweiler Pulheim - 1. FFC Turbine Potsdam 0:7 (0:4) | ||
Von Detlef Püschel 22.2.2006 Das Timing war wieder einmal hervorragend, denn als wir den weiten Weg vom Parkplatz zum Spielfeld gingen, kamen die Turbinen gerade aus den ebenfalls weit entfernten Kabinen!!! Nach herzlicher Begrüßung ging es dann endlich zur Sache. Dass Stommeln in einer Karnevalshochburg liegt, sah auch der letzte Faschingsmuffel, weil das örtliche Dreigestirn die Mannschaften auf den Platz führte!!! Passend zur Karnevalszeit wurden die Teams vom örtlichen "Dreigestirn" auf den Platz geführt. Links Brauweilers Spielführerin Sonja Fuss, rechts Ariane Hingst. In der Mitte Schiedsrichterin Daniela Schneider. Dann war Anpfiff und bei guten äußeren Bedingungen legten die Turbinen gleich mächtig los! Schöne Kombinationen über Jenny Zietz, Anja Mittag und Conny Pohlers! Schon nach wenigen Spielminuten gab es die erste Großchance für den Favoriten, doch Conny Pohlers scheiterte an Brauweilers Torfrau Britta Trescher. Es folgten weitere gute Möglichkeiten, die durch gute Spielzüge eingeleitet wurden. Nach 13 Minuten war es dann soweit, als Jenny Zietz zum 0:1 einköpfte. Maike Seuren (r.) spitzelt den Ball vor Jennifer Zietz weg. Brauweiler mühte sich vergebens, irgend etwas Zählbares Richtung Potsdamer Tor herauszuholen, doch sie waren in den ersten 45 Minuten nur mit Abwehrarbeit beschäftigt. Es stürmte nur eine Mannschaft, und das war der Gast aus der brandenburgischen Hauptstadt. Trotz dieser Überlegenheit sah man doch deutlich, dass die Vorbereitung auf die Rückrunde nicht ganz optimal verlaufen ist. Es fehlte immer wieder die letzte Präzision beim Kurzpassspiel und die Laufwege passten auch noch nicht immer. Aber es machte tierischen Spaß, den Turbinen zuzuschauen, denn offensichtlich hatten auch sie Bock auf Fußball. Das betraf insbesondere Anja Mittag, der die Winterpause gut getan haben muss, denn sie spielte wie in ihren besten Tagen mit vollem Einsatz! Eine Viertelstunde nach dem 0:1 fiel der zweite Potsdamer Treffer, durch ein Klassetor von Conny Pohlers! Nun ging es Schlag auf Schlag, denn Anjas Spielfreude münzte sie schon 2 Minuten später in das 0:3 um. Britta Carlson (Mitte) setzt sich gegen die 16-jährige Paula Balzer (l.) und Sonja Fuss durch. Es war ein schönes Kopfballtor und das ist eher ungewöhnlich für Anja Mittag. Sie erzielt ihre Tore meistens mit den Füßen, so auch drei Minuten später, als sie zum 0:4 traf! So konnte es weitergehen, dachten sich die gut 20 mitgereisten Turbine-Fans. Vier Gegentore, in einer guten halben Stunde, das verhieß nichts Gutes für die Heimmannschaft aus |
Babett Peter (Nr. 5), die hier Eva Augustin enteilt, feierte ein gelungenes Debüt. Links Jennifer Zietz, hinten rechts Maike Seuren. | |
Pulheim. Aber so sehr sie sich auch mühten, Turbine ließ hinten nichts zu - auch weil unser Neuling, Babett Peter, die erst in der Winterpause aus Leipzig an die Havel gekommen war, eine absolut fehlerfreie Partie spielte und - sowohl in der Luft als auch am Boden - immer wieder überzeugen konnte! Da muss man sich nicht wundern, dass auch Silvia Neid auf sie nicht verzichten möchte und sie für die A-Natio nominierte. Die Transparente des Turbine-Fanclubs aus Baden-Württemberg Nach dem klaren 0:4 ließen es die Turbinen etwas geruhsamer angehen und taten nicht mehr sehr viel für ihr Angriffsspiel. So blieb es beim 0:4 und es ging in die Pause. Diese dauerte etwas länger, weil ja die Kabinen so weit weg waren. Unter den Zuschauern wurde unterdies die Situation in Duisburg diskutiert und das dortige Halbzeitergebnis von 3:0 ausgewertet. Nach dem Wiederanpfiff rieben sich die Turbine-Fans verwundert die Augen. Waren die letzten 10 Minuten der 1. Halbzeit schon nicht so doll gewesen, schlichen sich plötzlich wieder alte Fehler ein. Unkonzentriertheiten im Mittelfeld und in der Abwehr bauten Brauweiler nun auf. Endlich kamen nun auch die Rheinländerinnen gefährlich vors Potsdamer Tor. Ausgerechnet Ex-Turbine Sonja Fuss, in einer für uns vollkommen ungewohnten Position als Mittelstürmerin, prüfte Nadine Angerer am härtesten, als sie absolut freistehend an unser Klassekeeperin scheiterte! Aber ansonsten war es ein geruhsamer Tag für sie, weil die Heimmannschaft zu allererst an sich selber scheiterte und an diesem Tag mindestens eine Klasse schlechter war als die Havelstädterinnen! Navina Omilade (Mitte) versucht hier ihrer Gegenspielerin Susanne Kasperczyk (r.) in ihrem Rücken zu entkommen. Links Britta Carlson. Auch eine Susanne Kasperczyk (immerhin ehemalige U19-Nationalspielerin) enttäuschte doch ziemlich, denn auch die beiden einzigen Ecken, die Brauweiler erkämpfte, wurden von ihr kläglich vergeben! In der 61. Minute wechselte Bernd Schröder gleich zwei neue Spielerinnen ein. Für die etwas glücklose Aferdita Podvorica kam Isabell Kerschowski und für die gut agierende Navina Omilade spielte nun Karolin Thomas! Sie war kaum sieben Minuten in der Partie, da knallte „Isi“ den Ball ins Brauweiler Gehäuse und so stand es 0:5 in der 68. Minute. Auch in der Folgezeit machte unser „“Turbo (Spitzname von Isabell) mächtig Alarm, fand aber keine richtige Anspielstation und so verpuffte ihr Elan im Nichts. Karo konnte nicht ganz an „Ommels“ (Navina Omilade, Anm.) Leistung anknüpfen. Der Spielfluss konnte nicht wieder hergestellt werden, und so war es kein schönes Spiel mehr, was Turbine zeigte. Brauweiler hatte sich längst aufgegeben und hielt nun noch die andere Wange hin, als Conny Pohlers kurz vor Schluss per |
Doppelschlag das Endergebnis von 0:7 herstellte. Am Ende haben die Potsdamerinnen, auch in der Höhe, verdient gewonnen, obwohl sie nur bis zur 35. Minute guten Fußball gezeigt haben. Über weite Strecken der 2. Halbzeit ging die Konzentration verloren, was auch an der schlechten Leistung der Gegnerinnen gelegen haben mag. Als positiv kann gewertet werden, dass Anja Mittag ihre Spielfreude wieder entdeckt hat (Starke Leistung unserer Sächsin), dass die Vorschusslorbeeren für Babett Peter absolut gerechtfertigt waren (Klasse Partie vom Turbine-Neuling), und dass Conny Pohlers immer noch Spaß am Tore schießen hat (nur noch zwei Zähler auf Inka Grings bei einem Spiel weniger fehlen). Sonja Fuss hatte gegen ihre ehemaligen Mannschaftskolleginnen den Ehrentreffer auf dem Fuß, scheiterte aber an Nadine Angerer. Links Karolin Thomas, rechts Babett Peter.
Negativ waren sicherlich die Konzentrationsschwächen in Halbzeit 2 und die noch fehlende Genauigkeit im Zuspiel. Das Schlimmste ist aber, dass bei Abwehrchefin Inken Becher wieder Knieprobleme auftauchten, was einige unglückliche Aktionen von ihr erklärt. Sie war schon mit Verband in die Partie gegangen, aber ihr schmerzverzerrtes Gesicht sprach doch Bände. Die Kapitäne unter sich: Ariane Hingst (vorne) und Sonja Fuss. Nun geht es zum zweiten Aufsteiger nach Sindelfingen, die sicherlich noch etwas schwächer einzuschätzen sind als Brauweiler. Aber die Damen aus dem Schwabenland stehen mit dem Rücken an der Wand, denn sie haben erst vier Punkte auf ihrem Konto. Für das Potsdamer Trainerduo bleibt nun noch etwas an der Abstimmung und Feinjustierung zu kalibrieren, damit die gestellten Saisonziele erreicht werden können.
Aufstellungen FFC Brauweiler Pulheim 1. FFC Turbine Potsdam: | |