Von Uwe und Mareike Carlitscheck (Text und Fotos) 20.2.2006
Endlich mal wieder ein Heimspiel für Brauweiler, das erste im Jahre 2006 - aber das zu sehen, musste sich der Zuschauer erst verdienen. Als wir um 10.45 Uhr im Pulheimer Stadion eintrafen, trauten wir unseren Augen nicht. Alles war leer, keine Zuschauer, keine Spielerinnen, keine Tageskasse - selbst die Tornetze waren hoch gehängt. Keinerlei Anzeichen für ein Fußballspiel der höchsten Spielklasse, und das fünfzehn Minuten vor dem Anpfiff!
Hatten wir im "fernen" Köln etwas nicht mitbekommen? Anruf zuhause: "Schaut mal schnell ins Internet!" Dann überraschende Hilfe. Eine offenbar besser informierte Frau identifiziert uns mit unseren grün-weißen Schals als Brauweiler-Fans und klärt uns auf: "Die spielen heute in Stommeln!" Auf geht's! Ohne Stadtplan nach Stommeln, auf dem Weg zum Parkplatz noch einige weitere Fans umgeleitet, hochkonzentriert den Weg suchen. Wir trafen eine Minute vor dem Anpfiff im Stommeler Sportpark ein - gerade, als das Pulheimer Dreigestirn den Anstoß ausführte; wir haben schließlich Karnevalszeit!
Die Ansetzung des Spiels war so kurzfristig von Pulheim nach Stommeln erfolgt, dass alles etwas improvisiert wirkte. Auch die sonst üblichen gedruckten Mannschaftsaufstellungen fehlten; wir wurden einfach "ins kalte Wasser geworfen". Der Platz befand sich in einwandfreiem Zustand, die Sonne sorgte für freundliche Lichtverhältnisse und immerhin 8 Grad Celsius. Nur die Zahl der Zuschauer schien mir etwas gering zu sein; vielleicht lag das doch an der veränderten Ausgangslage.
Das Spiel selbst hatte zwei sehr unterschiedliche Halbzeiten. In den ersten 45 Minuten war die Potsdamer Überlegenheit so offensichtlich, dass mit einem zweistelligen Endergebnis gerechnet werden musste. Für Brauweiler gab es nicht eine Chance, auch nur in die Nähe des gegnerischen Tores zu kommen. "Die spielen vorne wie die Kreisklasse!", sagte ein Zuschauer neben mir; richtig, aber die Gäste ließen auch nichts anderes zu. Das Bemühen war besonders in der Brauweiler Abwehr gut feststellbar, allen voran Britta Trescher im Tor und Denise Gorges in der Abwehrmitte.
Schon nach 13 Minuten die Führung, dann innerhalb weniger Minuten die Trefferquote auf 4:0 erhöht - alles mit sehenswerten, zum Teil wunderschön heraus gespielten Toren - Potsdam auf dem Weg zum erwarteten Ergebnis. Unzählige Ecken mit
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Die Pulheimerinnen verteidigten in ihrem Strafraum nach Kräften - doch gleich sieben Man gelang das gestern nicht
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recht guten Hereingaben, schöne Pässe und ein sicheres Abwehrspiel; für die Gastgeberinnen ging es eigentlich nur um Schadensbegrenzung, eine Siegchance gab es zu keiner Zeit. In dieser ersten Halbzeit hätten die Turbinen auch ohne Torhüterin spielen können.
Dieses Bild wandelte sich in der zweiten Spielhälfte stark. Während Turbine zwei Gänge zurückschaltete und auch etwas unkonzentrierter spielte, steigerte Brauweiler sich ganz erheblich und wurde zeitweise fast ebenbürtig. Die Grün-Weißen erspielten sich sogar einige Torchancen, von denen die klarste von Sonja Fuss etwas leichtfertig vergeben wurde, als sie ganz allein auf das gegnerische Tor zueilte, aber an Torhüterin Nadine Angerer scheiterte. Auch immerhin zwei Ecken konnte sich Brauweiler erarbeiten, doch schoss Susanne Kasperczyk beide Male hinter das Tor.
 Denise Gorges überzeugte in der Abwehr von Brauweiler
Gegen Ende des Spiels - Potsdam hatte zwischenzeitlich auf 5:0 erhöht - hatten sich alle schon mit diesem Ergebnis abgefunden und über die recht starke zweite Halbzeit der Gastgeberinnen gefreut, da machten die Blauen aber noch mal richtig Dampf und kamen noch zu zwei weiteren Toren. Conny Pohlers erzielte sie
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innerhalb einer Minute.
 Da war es wieder passiert - diesmal hatte Conny Pohlers zugeschlagen
7:0 - das ist nun doch um zwei Tore zu hoch. Brauweiler hätte auf Grund der zweiten Halbzeit wenigstens ein Ehrentor verdient gehabt. Dennoch war der Potsdamer Sieg hoch verdient; Brauweiler muss die Punkte gegen den Abstieg eben gegen die Mannschaften holen, die nicht dem Dreigestirn Potsdam - Frankfurt - Duisburg angehören. Heute zeigte die Mannschaft zumindest gute Ansätze im kämpferischen Bereich, so dass das Saisonziel, der Klassenerhalt, eigentlich erreichbar scheint.
Bericht aus Potsdamer Sicht
Aufstellungen
FFC Brauweiler Pulheim
Trescher, Niculescu, Kasperczyk, Gorges, Seuren, Sims, Augustin (63. Balzer), Fuss, Lenz (75. Koch). Renner, Demirtas (71. Muresan)
1. FFC Turbine Potsdam:
Angerer - Carlson, Becher, Peter - Omilade (61. Thomas), Hingst, Wimbersky, Zietz - Mittag, Pohlers, Podvorica (61. I.Kerschowski)
Tore:
Tore:
0:1 Zietz (13.)
0:2 Pohlers (27.)
0:3 Mittag (29.)
0:4 Mittag (32.)
0:5 I. Kerschowski (68.)
0:6 Pohlers (88.)
0:7 Pohlers (89.)
Gelbe Karte: Seuren
Schiedsrichterin: Daniela Schneider (Limbach-Oberfrohna)
Zuschauer: 200
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