1. Bundesliga, 10. Spieltag

Mariana Ciorba sorgt für Sieg bei den Schneespielen

FFC Brauweiler Pulheim - FC Bayern München 1:0 (1:0)

Von Uwe und Mareike Carlitscheck (Text und Fotos)

29.11.2005    Die wenigen Zuschauer, die sich an diesem kalten und ungemütlichen Novembersonntag ins Pulheimer Stadion begeben hatten, wurden gleich in mehrfacher Hinsicht um Geduld und Ausdauer gebeten: Zunächst konnte das Spiel erst eine halbe Stunde später als angekündigt angepfiffen werden, weil die Münchner Gäste bereits beim Startversuch ihres Fliegers in München eine größere Verspätung in Kauf nehmen mussten und deshalb erst verspätet in Köln landeten. Ihnen wurde natürlich eine Aufwärmzeit zugebilligt. Allerdings war es bei dem eine Stunde zuvor niedergegangenen Schneefall auf dem weiß zugedeckten Rasen schwierig, sich zu erwärmen.

Und die zweite Geduldsprobe für die Zuschauer war das Spiel selbst, das in der zweiten Hälfte bei zunehmender Dunkelheit und immer schlechter werdenden Platzverhältnissen ausgetragen wurde und bis zum Schlusspfiff der großzügig leitenden Schiedsrichterin Inka Müller spannend blieb.

Britta Trescher

Brauweilers Torfrau Britta Trescher wuchs über sich hinaus - auch in dieser Szene konnte sie klären

Brauweiler begann die ersten Minuten druckvoll mit einigen schönen Angriffen, die jedoch noch keine wirkliche Gefahr für das Gästetor darstellten. Im Gegenzug wurden die Bayern immer gefährlicher und trugen nun ihrerseits Angriffe vor, die um einiges erfolgversprechender waren. Ungenauigkeiten im Abschluss, einmal der Torpfosten und besonders die heute in ausgezeichneter Form spielende Britta Trescher im Tor der Gastgeber bewahrten diese jedoch vor dem Rückstand, der zu diesem Zeitpunkt, Mitte der ersten Hälfte, durchaus verdient gewesen wäre. Die Abwehr leistete Schwerstarbeit und die Zuschauer atmeten auf, wenn Denise Gorges im Abwehrzentrum mit einem ihrer gewaltigen Befreiungsschläge für eine kurze Erholungspause gesorgt hatte.

Ganz untätig blieben die Brauweilerinnen jedoch auch nicht, sondern kamen immer wieder auch ihrerseits vor das Münchner Tor, wo sie auf eine ebenfalls sichere Abwehr trafen. Vielleicht hätte man es auf diesem schweren Boden öfter mit Schüssen aus der zweiten Reihe versuchen sollen,


Sandra de Pol

Freistoß von Bayerns Sandra de Pol

statt sich immer in den Strafraum hinein spielen zu wollen, zumal die Außenstürmerinnen einen sehr schweren Stand hatten und nur ganz selten bis an die Torauslinie vordringen konnten.

In der 39. Minute gab es etwa 18 Meter vor dem Münchener Tor einen Freistoß – eine ausgezeichnete Ausgangssituation für eine gute Schützin. Doch der Ball wurde unkonzentriert hoch über das Tor gejagt. Aber dann zeigte die Schiedsrichterin einer Abwehrspielerin die Gelbe Karte und ließ den Freistoß wiederholen. Erneute Chance, und diesmal kam der Schuss von Gorges flach und knallhart durch die Mauer genau auf das Gästetor. Torhüterin Ulrike Schmetz konnte die nasse Kugel nur abwehren, aber nicht festhalten – und das ist normalerweise ein Fall für Mariana Ciorba. Die Torjägerin von Brauweiler schaltete auch diesmal am schnellsten und war sofort zur Stelle. Ihr Nachschuss war für Schmetz nicht zu halten - 1:0!

Keiner konnte ahnen, dass es bei diesem Ergebnis bleiben sollte. Die Bayern kamen mit dem festen Vorsatz aus der Kabine, hier nicht zu verlieren und begannen ein Powerplay auf das Brauweiler Tor, das fast die gesamte zweite Halbzeit andauern sollte. Welle um Welle rollten die Angriffe, eine gefährliche Situation reihte sich an die andere, und immer wieder stockte den heimischen Zuschauern der Atem. Es roch geradezu nach dem Ausgleichstor, doch den Gästen fehlte heute eine kaltblütige Vollstreckerin. Auch klarste Chancen wurden oft recht kläglich vergeben. Dazu wuchs Britta Trescher zu einer immer besseren Form auf, hielt und fing, was zu halten oder fangen war, warf sich oft mutig den angreifenden Rot-Weißen vor die Füße und gab so der eigenen Abwehr Sicherheit. Brauweiler kämpfte aufopferungsvoll, jede Spielerin ging bis an die Grenze des Leistungsvermögens.

Die Angreiferinnen waren in der eigenen Spielhälfte gebunden und konnten nur noch wenige Entlastungsangriffe starten. Einmal versuchte Ciorba einen ihrer bekannten Weitschüsse auf das gegnerische Tor, als Schmetz an der Strafraumgrenze stand und sich mühsam warm hielt. Fast


hätte es wirklich geklappt, der Schuss zwang die Torhüterin im Rückwärtslaufen zu einem gewaltigen Hechtsprung, durch den sie den Ball gerade noch zur Seite ablenken konnte.

Mariana Ciorba

Mariana Ciorba erzielte das Tor des Tages

Die Bayern kamen zu einem astronomischen Eckballverhältnis, doch nicht zum Ausgleich. Die Punkte blieben in Brauweiler, und aus deren Sicht nutzen sie im Kampf gegen den Abstieg hier auch mehr als in München, wo man sicher nicht immer so viel Schusspech entwickeln wird!

Aufstellungen

FFC Brauweiler Pulheim:
Trescher, Niculescu (65. Marx),Kasperczyk, Gorges, Sims, Seuren, Augustin (76. Ziegler), Fuss,Koch, Renner (68. Borchert), Ciorba

FC Bayern München:
Schmetz, Kremser, Paukner, Eder, Spieler, Partzsch (46. Roth), Fischer (46. Rogers), Notbom, de Pol, Scasna, Aigner

Tore:
1:0 Ciorba (39.)

Gelb: Koch - Kremser, Spieler, Scasna

Schiedsrichterin: Inka Müller (Stendal)

Zuschauer: 170


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