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Champions League

Tore müssen her !

Pressekonferenz vor dem Rückspiel in der Champions League zwischen dem 1. FFC Frankfurt und LDB Malmö

Text und Bilder von Tom Schlimme

19.03.2012   Vor dem Rückspiel im Viertelfinale der Champions League zwischen dem deutschen Vizemeister 1. FFC Frankfurt und dem schwedischen Meister LDB Malmö stellten sich Vertreter beider Teams bei einer Pressekonferenz den Fragen der Medien. Dabei wirkten die Schweden deutlich gelöster als die doch ziemlich angespannten Frankfurter.

„Wir haben heute 410 Länderspiele hier am Tisch sitzen”, zählte Moderator Rolf Töpperwien zusammen, in dem er die Länderspieleinsätze der anwesenden Nationalspielerinnen addierte. Auf schwedischer Seite saßen die schwedische Nationalspielerin Therese Sjögran und die schweizer Nationalspielerin Ramona Bachmann am Tisch, für die Frankfurterinnen die deutsche Nationalkeeperin Nadine Angerer und die schwedische Nationalspielerin Sara Thunebro. Zahlreiche weitere Nationalspielerinnen werden am Mittwoch für beide Seiten auf dem Platz stehen. Erwartet werden zwischen 2000 und 2.500 Zuschauer. Die Anstoßzeit mitten in der Woche um 15.00 Uhr ist nicht gerade förderlich für hohe Zuschauerzahlen, doch aufgrund des fehlenden Flutlichts im der Stadt Frankfurt gehörenden Stadion hätte sich der Anstoß nur unwesentlich nach hinten schieben lassen. Außerdem kommt diese Anstoßzeit der Live-Übertragung des hr entgegen. Das Spiel wird außerdem in Zusammenfassung europaweit auf Eurosport gezeigt werden und selbst in Asien wird es per Live-Stream im Internet abrufbar sein.

Die Werbung für das Ereignis ist in Frankfurt unübersehbar. Wie auch schon früher bei Europapokalauftritten wurden Banner über die Autobahnen gespannt, über 1000 Poster im gesamten Rhein-Main-Gebiet geklebt, Werbung in den Bussen und Bahnen der Verkehrsbetriebe geschaltet. 1.500 Karten seien bereits verkauft, erklärte Manager Siegfried Dietrich zufrieden, und wies darauf hin, dass die Tageskassen ab 13.30 Uhr geöffnet sind. Wobei wohl niemand ohne Karte bleiben wird, das Stadion fasst über 5000 Zuschauer, und so viele werden es angesichts der Anstoßzeit sicher nicht werden, obwohl der Wetterdienst frühlingshafte Temperaturen und Sonnenschein voraus gesagt hat.

Es ist also alles vorbereitet für einen spannenden Fußballnachmittag. Angesichts des knappen Hinspielergebnisses dürfte die Spannung die nervliche Belastbarkeit vor allem der Frankfurter Fans auf eine harte Probe stellen. Doch die Frankfurter Verantwortlichen gaben sich verhalten optimistisch. „Wir schauen positiv in dieses Spiel, die Ausgangsposition ist wie gegen Stabaek, wir haben keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken”, meinte Frankfurts Trainer Sven Kahlert. „Wir sind überzeugt davon, dass die Mannschaft an die guten Leistungen in den zurück liegenden Heimspielen der Champions League anknüpfen kann. Wir müssen aus den Fehlern der letzten beiden Spiele lernen und es diesmal einfach besser machen”. Gefragt, wer denn in der Sturmmitte agieren und die Tore schießen soll, antwortete Kahlert: „Es ist ja nicht nur eine Person, die die Tore schießen soll. Letzlich steht eine Mannschaft auf dem Platz, und die ist für den Erfolg verantwortlich. Es müssen alle in der Lage sein, den Fuß hin zu halten, den Kopf hin zu halten, den Abschluss zu suchen, und wenn jede die nötige Agressivität mitbringt, dann werden wir das Tor machen, und wenn es ein dreckiges ist, das man einfach braucht, um solche Spiele zu gewinnen”

Verhalten optimistisch gaben sich aber auch die Schwedinnen. „Wir haben ein gutes Spiel gehabt in Malmö und zwar vielleicht nicht verdient, aber doch gewonnen”, meinte Therese Sjögran. „Wir wissen, dass es hier ein ähnliches Spiel geben wird, der Ausgang ist offen!” Ramona Bachmann erklärte auf die Frage, ob es ein Vorteil für Malmö gewesen sei, das Heimspiel auf Kunstrasen zu bestreiten: „Zunächst einmal würde ich nicht sagen, dass wir unverdient gewonnen haben. Wir wissen, dass es ein sehr schweres Spiel werden wird hier in Frankfurt, wir wissen auch, dass wir einen leichten Vorteil durch den Kunstrasen hatten, doch es ist ja nicht so, dass wir nie auf Gras spielen, wir sind das gewohnt, schon von unseren Nationalmannschaften her”.

Zweifelhaft bleibt der Einsatz von Nadine Angerer. Die Keeperin konnte über Wochen überhaupt nicht mit der Mannschaft trainieren, hatte nun vor der Pressekonferenz ein hartes Training hinter sich und zeigte sich gespannt, wie das lädierte Knie darauf reagieren würde. Die Verletzung von Melanie Behringer bestätigte sich als Überdehnung des Innenbandes, ihr Einsatz am Mittwoch erscheint recht wahrscheinlich.

Wer Lust hat, kann sich das Abschlusstraining der beiden Mannschaften am Dienstag im Stadion am Brentanobad ansehen: Der 1. FFC Frankfurt beginnt seine Trainingseinheit um 14.30 Uhr, LDB Malmö trainiert ab 16.00 Uhr.

Ins Frankfurter Mannschaftstraining erstmals einsteigen soll dabei Kim Kulig, die nach ihrem bei der WM erlittenen Kreuzbandriss nun wieder genesen ist, wobei natürlich völlig klar ist, dass an einen Einsatz im Spiel noch nicht zu denken ist.

Der Mittwoch wird also zeigen, ob es der 1. FFC Frankfurt erneut schafft, einen Rückstand in der Champions League noch einmal umzubiegen und sich den Weg ins Halbfinale frei zu schießen. Eines ist klar, Tore müssen her, zwei mehr als Malmö sind Pflicht, um das Halbfinale zu erreichen!



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