| Text von Marion Kehren
22.05.2011
Zugegeben hatte das Stadion Craven Cottage schon einen historischen Flair und die Tribüne steht nicht zu Unrecht unter Denkmalschutz, aber die Rahmenbedingungen waren für Interviews einfach unmöglich. Viel zu enge Gänge, kaum Platz für die Medien und dazu noch einen Lyoner Trainer namens Patrice Lair, der erst gar nicht zur Pressekonferenz erschien, liesen einen faden Beigeschmack zurück. Dennoch haben wir es geschaft ein paar Stimmen einzufangen.
Bernd Schröder (Trainer 1. FFC Turbine Potsdam)
Die Vorbereitung auf das heutige Spiel verlief nicht optimal. Nicht nur, dass uns einige Nationalspielerinnen in der Vorbereitung gefehlt haben, dazu kam auch noch der der Ausfall von Yuki, der uns zusätzlich noch geschwächt hat. Dadurch hat uns im Sturm eine wichtige und entscheidende Kraft gefehlt. In der Summe war Lyon um 2 Tore besser. Wir hätten noch Stunden spielen können und hätten das Tor nicht getroffen. Gratulation an Lyon! (Foto links: Marion Kehren)
Camille Abily (Spielerin Olympique Lyonnais)
Ich bin überglücklich! In der ersten Halbzeit hatten wir, nach anfänglichen Problemen, das Spiel gut im Griff. Wir waren schon ziemlich nervös, aber unsere Abwehr hat gut gestanden und Sarah hat super Reaktionen auf der Linie gezeigt.
Herr Stensland (Vater von Ingvild Stensland)
Der Sieg war absolut verdient, Lyon war hoch überlegen. Für Ingvild freut es mich ganz besonders; denn sie hat eine schwere Phase hinter sich. Leider wurde sie im Finale nicht eingesetzt, obwohl sie seit Monaten hart an ihrem Comeback arbeitet. Aber so oder so hat sie gewonnen, denn sie ist nach 5 Jahren endlich schmerzfrei und das macht mich als Vater richtig glücklich.
Lara Dickenmann (Spielerin Olympique Lyonnais)
Wir haben die ganze Saison hart für unser Ziel gearbeitet endlich den Pokal zu gewinnen, dass war unser Hauptziel. Das Team wurde umgestellt, mehrere neue Spielerinnen geholt und ein neuer Trainer verpflichtet. Wir haben von allen Seiten jede Menge Druck verspürt und umso erleichterter sind wir jetzt, dass es endlich geklappt hat. (Foto rechts: Katrin Müller)
Jennifer Zietz (Kapitänin 1. FFC Turbine Potsdam)
Es ist zwar eine Enttäuschung für uns, aber manche Spielerinnen schaffen es in ihrer Karriere niemals überhaupt einmal ein Champions League Finale zu erreichen und von daher ist es trotzdem ein Erfolg. Lyon hat uns den Schneid abgekauft, wir konnten unser Spiel nicht umsetzten und haben zu viele Zweikämpfe verloren. Diese Niederlage wird uns für die kommende Saison stärken und aus den Fehlern werden wir lernen.
Lotta Schelin (Spielerin Olympique Lyonnais)
Letztes Jahr konnte ich nicht mit dabei sein, es war furchtbar das alles von der Seitenlinie aus beobachten zu müssen. Es war teilweise ganz schön spannend, wahrscheinlich auch, weil wir so nervös waren. Ich bin super glücklich und ich freue mich einfach wahnsinnig.
Ingvild Stensland (Spielerin Olympique Lyonnais)
Ich freue mich wahnsinnig dabei sein zu dürfen, auch wenn ich heute nicht gespielt habe. Bis vor ein paar Monaten wusste ich überhaupt noch nicht, ob ich jemals wieder den Anschluss finden würde. (Foto links: Katrin Müller)
Anja Mittag (Spielerin 1. FFC Turbine Potsdam)
Es ist ärgerlich, denn Chancen waren vorhanden. Ich kann selber noch nicht begreifen, warum ich in der einen Szene das Tor nicht getroffen habe. Letztendlich hat Lyon verdient gewonnen!
Lira Bajramaj (Spielerin 1. FFC Turbine Potsdam)
Wir haben einfach zu viele Fehler gemacht. Schon das 0:1 nach einer Ecke hätte niemals fallen dürfen. Das ist eine riesige Enttäuschung. Das Gefühl diese Trophäe zu gewinnen ist unbeschreiblich, das wäre ein toller Abschied gewesen.
Wendie Renard (Spielerin Olympique Lyonnais)
Seit Jahren war es unser Traum endlich diesen Pokal mit nach Hause zu nehmen, endlich hat es geklappt. Wir haben Potsdam kaum Möglichkeiten zur Entfaltung gelassen und waren stets zur Stelle, nichts zuletzt durch eine tolle Mannschaftsleistung. Der Gewinn ist absolut verdient und war längst überfällig. Es ist ein großartiger Moment und den werden wir jetzt auskosten. (Foto rechts: Katrin Müller)
Anna Felicitas (Felix) Sarholz (Torhüterin 1. FFC Turbine Potsdam)
Natürlich bin ich enttäuscht, aber Lyon war heute eindeutig besser. Dennoch lasse ich den Kopf jetzt nicht hängen, ich denke es gibt Schlimmeres als ein verlorenes Finale. Wir haben ein gutes Spiel gemacht und haben die Silbermedaille gewonnen, Tränen brauchen keine zu fließen, denn immerhin waren wir hier in London und haben im Endspiel gestanden. Aus diesen Erfahrungen lernt man und nächstes Jahr geht alles wieder von vorne los.
Weitere Fotos unter kapixblog.net
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