UEFA Women´s Champions League – Halbfinale – HinspielOL siegt dank KatiaOlympique Lyonnais – Umeå IK 3:2 (2:1) | ||
Text und Bilder von Michael Geist 15.04.2010 Im Halbfinale der Champions League treffen Olympique Lyonnais und Umeå IK wieder aufeinander wie schon im UEFA-Cup vor zwei Jahren - damals setzten sich die Nordschwedinnen durch. Doch die Voraussetzungen haben sich geändert. Im Winter verließen viele starke Fußballerinnen das finanziell schwer angeschlagene Umeå und zwangen damit den ebenfalls neuen Trainer Joakim Blomqvist eine neue Mannschaft mit vielen jungen Spielerinnen aufzubauen. Diese gewann im Viertelfinale etwas überraschend gegen den französischen Vize-Meister Montpellier Hérault SC. Schafft jetzt der französische Meister die Revanche für das Ausscheiden von Montpellier und für die Halbfinalniederlage von vor zwei Jahren? Vor dem Spiel gegen Umeå IK schickte Olympiques Trainer Farid Benstiti drei Stammspielerinnen, Élodie Thomis, Katia Cliene Teixera da Silva und Simone Gomes Jatoba, auf die Bank. Von Beginn an zeigten sich die Lyonerinnen auf dem Platz beeindruckt, attackierten früher und kombinierten noch schneller nach vorne als sonst. Sie gingen bereits in der dritten Minute mit 1:0 in Führung: Lyons Costaricanerin Shirley Cruz Trana schickte die schweizer Nationalstürmerin Lara Dickenmann auf die Reise, diese ging an ihrer Gegnerin im Strafraum vorbei und flankte flach nach links. Die völlig freistehende Mittelfeldspielerin Louisa Nécib verwandelte aus fünf Metern ins Gehäuse. ![]() UIK-Trainer Joakim Blomqvist muss nach den vielen Abgängen bei Umeå fast völlig neu aufbauen - dabei hat er mehr Erfolg, als zunächst erwartet worden war! Zwei Minuten später hätte die wieder freistehende Lyon-Torschützin sogar auf 2:0 erhöhen können, doch ihr Schuss traf nur den rechten Pfosten. Während Lyon offensiv wesentlich mehr tat, mühte sich die Umeå-Abwehr. Die erfahrene Abwehrchefin Frida Östberg, die ihre Karriere eigentlich schon beendet hatte, aufgrund der Misere von Umeå aber doch noch weitermacht, diskutierte angeregt mit der Keeperin Caroline Jönsson und mit der 21-jährigen Innenverteidigerin Emma Berglund, um einige Abwehrfehler zu vermeiden und ihr Team nach vorn zu pushen. ![]() Diskussion über Abwehrprobleme: Keeperin Caroline Jönsson, Frida Östberg und Emma Berglund Nach einigen Minuten schafften die Nordeuropäerinnen sogar den Ausgleichstreffer zum 1:1: Als Sofia Jakobsson nach einer guten Flanke von Maija Saari zu Hanna Pettersson köpfte, wollte die Lyonerin Wendie Renard die Kugel erobern, rutschte aber aus – so schoss die Schwedin zum 1:1 in der 19. Minute ein. Die norwegische Keeperin Christine Nilsen im Tor von Lyon war machtlos. Vermutlich hat das Benstiti-Abwehrteam die Angreiferinnen des schwedischen Meisters im Gefühl der Überlegenheit unterschätzt. ![]() UIK-Angriffsspielerin Hanna Pettersson hielt mit ihren beiden Toren Umeå IK im Rennen Danach spielte plötzlich das Team von Trainer Joakim Blomqvist munter nach vorne, mussten sich die Lyonerinnen auf |
Umeå IK hatte zweimal den Anschluss geschafft, doch am Ende jubeln doch die Französinnen: Katja (ganz links) hat soeben das Siegtor erzielt, ihre Mitspielerinnen, von links Laura Georges, Lotta Schelin, Shirley Cruz und Elodie Thomis, eilen zur Gratulation herbei | |
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das Abwehren konzentrieren – spätestens jetzt erinnerten sie sich wohl wieder, wie gefährlich die Nordschwedinnen sind, die beim Viertelfinale in Montpellier in letzter Minute zum verdienten Ausgleich zum 2:2 trafen. Nach einigen Minuten verlief das Spiel dann ausgeglichen, langsam kam die Offensive aus Rhône-Alpes wieder in Schwung. Die beiden Umeå- Innenverteidigerinnen Berglund und Östberg konnten die torgefährliche Lyon-Stürmerin Lotta Schelin nicht daran hindern, sich einige gute Torchancen zu erspielen. ![]() Hier ist Emma Berglund eher am Ball als Lotta Schelin, doch die schwedische Nationalstürmerin in den Reihen von Olympique Lyonnais war nur schwer zu stoppen und erspielte sich einige Torgelegenheiten Drei Minuten vor der Pause ging der Gastgeber wieder in Führung: Vor dem Strafraum eroberte die clevere Lara Dickenmann das Leder von ihrer Gegnerin und passte zur vorbeigelaufenen Nécib, die den Ball oben an die Innenlatte schoss, von wo er zum 2:1 ins Tor sprang. Nach zwei Minuten wehrte die Torhüterin Nilsen einen Alleingang von Sofia Jakobsson ab, die ihre große Chance verpasste. So gingen beide Teams in die Pause. ![]() Louisa Nécib, die hier mit dem Ball auf Frida Östberg zugeht, war die Spielerin des Tages bei Lyon. Zwei Tore erzielte sie selbst, das dritte bereitete sie vor Nach dem Seitenwechsel stürmten die Lyonerinnen dann weiter und konnten sich gute Möglichkeiten erspielen. In 59. Minute jubelte das Stadion bereits über das scheinbare 3:1. Nachdem Shirley Cruz Trana zu Nécib passte, tanzte diese erstklassig ihre drei Gegnerinnen aus und passte zu Dickenmann, die flankte flach auf die mitgelaufene Corine Franco, die zwischen beiden Innenverteidigerinnen aus fünf Metern per Rechtsschuss trocken ins rechte Eck einnetzte. Die Linienrichterin hob die Fahne – Abseits! Lag sie richtig, war Abseits die korrekte Entscheidung? Es gibt leider keine Fernsehaufnahmen, die man zu Rate ziehen kann, doch es war eine knappe Entscheidung! Doch nun war Umeå wieder energisch bemüht, nach vorne zu spielen, und die Blomqvist-Fußballerinnen wurden in der 71. Minute mit dem Ausgleich zum 2:2 belohnt: Hanna Pettersson köpfte das Leder nach einem Eckball ins Netz – Keeperin Nilsen hatte keine Chance den Ball zu fangen, da sie von drei Spielerinnen geblockt wurde. Noch 19 Minuten Zeit – es wurde ein bisschen knapp für Olympique. Nun hatte es Trainer Benstiti plötzlich eilig, die auf der Bank schmorende Élodie Thomis auf den grünen Rasen zu schicken. Die Lyonerinnen mit ihr ließen den Gegnerinnen keinen Spielraum mehr und drängten sie in die Defensive. |
Sieben Minuten vor Schluss gelang der ebenfalls eingewechselten Brasilianerin Katia Cliene Teixera da Silva, die erst eine Minute vorher für Dickenmann gekommen war, das entscheidende Tor, nach einem sehenswerten Eckball von Nécib traf sie per Kopf – Caroline Jönsson hatte keine Chance. In der Nachspielzeit hätte Lotta Schelin das Ergebnis in die Höhe schrauben können, doch ihren Schuss aus zehn Metern lenkte die Umeå-Keeperin mustergültig über die Querlatte. Trainer Joakim Blomqvist war die Erleichterung anzusehen. ![]() Élodie Thomis wurde erst spät eingewechselt, war dann aber von den schwedischen Abwehrspielerinnen kaum zu halten Olympique Lyonnais hat sich durch das späte Tor von Katia für das Halbfinale-Rückspiel eine gute Ausgangsposition verschafft, und kann sich ein Unentschieden leisten. Entschieden ist jedoch noch nichts. Angesichts der zwei Auswärtstore reicht Umeå IK ein knapper Sieg mit 1:0 oder 2:1 zum Weiterkommen. ![]() Diese jungen OL-Fans freuten sich über den Sieg und hoffen, die OL-Frauenmannschaft schafft zum ersten Mal den Einzug ins Finale...
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