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UEFA Women´s Champions League – Achtelfinale – Hinspiel

Dürftiges Unentschieden

FCR 2001 Duisburg – Linköpings FC 1:1 (0:1)

Text von Marion Kehren

07.11.2009   An diesem Abend wird sich der ein oder andere des Öfteren die Haare gerauft haben! Die ausgelassenen Torchancen, die hohe Anzahl an Fehlpässen sowie die vielen Ballverluste im Mittelfeld brachten die wenigen Duisburger Fans an den Rand der Verzweiflung. In einem erschreckend schwachen Spiel der Löwinnen war es nur Dank einer taktischen Umstellung der Mannschaft, knapp fünfzehn Minuten vor Ende der Partie, möglich noch den Ausgleichtreffer zu erzielen.

Viel hatten sich die Duisburgerinnen für diesen Abend vorgenommen, schließlich wollte man im Heimspiel der Women´s Champions League den Grundstein für den Sprung ins Viertelfinale ebnen. Doch es sollte sich recht schnell zeigen, dass der neu gekürte Schwedische Meister und Pokalsieger mit Nichten eine No-Name-Mannschaft ist. Martina Voss-Tecklenburg hatte ihr Team im Vorfeld des Öfteren auf die Gefährlichkeit der Schwedinnen hingewiesen, doch schien es, als hätten diese Worte teilweise ihr Ziel verfehlt.

FCR Duisburg

Linköpings FC

Zwei Hochkaräter, die beide das Potential für das Erreichen des Finales mitbringen, treffen schon im Achtelfinale aufeinander: UEFA-Cup-Titelverteidiger FCR 2001 Duisburg (Bild oben) und der frischgebackene schwedische Meister Linkööpings FC (unten)

Bilder: oben Katrin Müller, unten Volker Lieberum

Der FCR begann recht konzentriert gegen den Linköpings FC, der im Übrigen ebenfalls über recht viele Nationalspielerinnen verfügt. Bereits in den ersten Minuten vergaben die Löwinnen gleich reihenweise sehr gute Torchancen. Zuerst misslang Femke Maes ein Kopfball den sie über das Tor zirkelte.

Danach scheiterte Elena Hauer mit einem traumhaften Distanzschuss aus 25 Metern, den Linköpingss Torhüterin Sofia Lundgren mit aller Mühe noch über das Tor lenken konnte. Duisburg drückte aufs Tempo und war in der Anfangsphase eindeutig die bessere Mannschaft. Die größte Möglichkeit zum Führungstreffer hatte schließlich Inka Grings in der 11. Minute, als sie einen Rückpass von Femke Maes aus dem Strafraum nutzte und aus vollem Lauf auf das gegnerische Tor hämmerte, aber wieder war Lundgren zur Stelle.

Sofia Lundgren

Linköpings Torhüterin Sofia Lundgren war heute eine gute Stütze für ihr Team und hielt den Punkt mit beiden Händen fest - gute Ausgangslage für das Rückspiel

Bild: Katrin Müller

Nach dieser anfänglichen Sturm- und Drangphase der Löwinnen übernahm Linköpings immer mehr das Ruder und kontrollierte das Spiel. Die Schwedinnen waren präsent und die Abwehr stand gut. Bedingt durch viele individuelle Fehler und hohe Ballverluste kam der Gegner aus Schweden vermehrt gefährlich vor das Tor von Uschi Holl. Grings Bewacherin Faith Ikidi hatte ihre Kontrahentin stets gut im Griff, so hatte Inka über das ganze Spiel gesehen kaum nennenswerte Aktionen zu bieten. In der 30. Minute war es eben einer dieser Angriffe, der Linköpings den Führungstreffer bescherte. Maja Krantz setzte die Flanke über rechts punktgenau in den Strafraum der Duisburgerinnen. Kosovare Asllani schraubte sich am höchsten und köpfte zum, nicht ganz unverdienten, 0:1 ein.

Kosovare Asllani

Die jubelnde Kosovare Asllani wird beglückwünscht von ihrer Kollegin Petra Larsson

Bild: Volker Lieberum


Simone Laudehr

Dieser Torschuss von Simone Laudehr bedeutete gleichzeitig die Erlösung, mit diesem Schuss fiel der Ausgleichstreffer

Bild: Katrin Müller

Im Stadion wurde es mucksmäuschen still. Sollte es das schon gewesen sein für den amtierenden UEFA-Cup Sieger? Es schien eine zeitlang so zu sein; denn die Löwinnen aus Linköpings (sie haben ebenfalls einen Löwen in ihrem Logo) verstärkten ihre Angriffe besonders über ihre linke Achse mit Kapitänin Caroline Seger und Marie-Louise Johansson-Suahlberg. Linda Bresonik und Luisa Wensing hatten alle Hände voll zu tun. Erst nach fast 40 Minuten tauchte der FCR nochmals vor dem gegnerischen Tor auf, aber die zugesprochene Ecke durch Simone Laudehr brachte nichts ein.

Faith Ikidi vs. Inka Grings

Faith Ikidi hatte heute Inka Grings gut im Griff und war meist einen Schritt schneller am Ball

Bild: Katrin Müller

Nach dem Wechsel zunächst das gleiche Spiel, Linköpings weiter mit dem Druck nach vorne. Binnen kürzester Zeit rettete Alexandra Popp gleich zweimal, mit akrobatischen Einlagen, in höchster Not nach Schüssen von Kosovare Asllani und Jessica Landström. Duisburg schwamm förmlich und konnte dem immensen Druck der Gäste nichts entgegen setzen. Mitte der zweiten Halbzeit schafften es die Löwinnen, wenigstens halbwegs den Schwedinnen Paroli bieten zu können und kamen gar durch Inka Grings und einen Freistoß von Alexandra Popp zu zwei nennenswerten Aktionen. Martina Voss-Tecklenburg dirigierte ihre Mannschaft und nahm in der 66. Minute den ersten taktischen Wechsel vor, auf dessen Grundlage sie etwas später die Mannschaft umstellte.

Alexandra Popp

Alexandra Popp war heute eine wichtige Stütze für ihre Mannschaft

Bild: Katrin Müller

Mit der Einwechslung von Marit Prießen in die Abwehr wurde Bresonik ins Mittelfeld beordert sowie Femke Maes als Passgeberin in Stellung gebracht. Die Umstellung trug innerhalb weniger Minuten erste Früchte. Das Spiel der Löwinnen wurde schneller und ideenreicher und beide Mannschaften befanden sich nun auf Augenhöhe, es knisterte in der Luft! Trainer Magnus Wikman verstärkte nun seine Defensive, drei Punkte wären für seine Mannschaft schon eine geniale Ausbeute gewesen.

 Linda Bresonik vs- Charlotte Rohlin

Mit der taktischen Umstellung von Linda Bresonik kam die Wende und prompt hatte Charlotte Rohlin in der Abwehr mächtig was zu tun

Bild: Katrin Müller

Der FCR wurde immer stärker, doch die Zeit rannte den Duisburgerinnen davon. Die Löwinnen legten nun alles in die Wagschale und hatten schlussendlich in der 86. Minute das Glück auf ihrer Seite. Nach schöner Vorarbeit durch Femke Maes im Mittelfeld zirkelte diese den Ball auf Simone Laudehr. Laudehr umspielte gekonnt ihre Gegenspielerin und platzierte knapp die Kugel ins rechte lange Eck zum 1:1 Ausgleichstreffer. Danach rollte die Duisburger Maschinerie auf Hochtouren! Doch weder Grings noch Bresonik (mit einem Hammerschuss aus 35 Metern) brachten den Ball nochmals im Netz unter und Linköpings rettete das Unentschieden über die Zeit.


In der anschließenden Pressekonferenz war Magnus Wikman voll des Lobes für seine Mannschaft: „Duisburg ist die beste Mannschaft, gegen die wir jemals gespielt haben. Es war ein tolles Spiel, gerne hätten wir alle Punkte mitgenommen, aber mit einem Punkt können wir durchaus leben, unser Spiel war ganz okay.”

Pressekonferenz

Pressekonferenz nach dem Spiel mit Linköpings Trainer Magnus Wikman (links), FCR-Pressesprecher Rainer Zimmermann und FCRF-Trainern Martina Voss-Tecklenburg

Bild: Katrin Müller

Martina Voss-Tecklenburg musste zugeben, dass ihre Mannschaft wohl ihre Warnungen im Vorfeld nicht Ernst genommen hatte. „Wir haben heute zu viele Fehler gemacht und die Kunst besessen, drei hundertprozentige Chancen nicht zu nutzen. Wir haben genau immer das Gegenteil von dem gemacht, was wir hätten machen müssen. Sollte nach innen gespielt werden, befand sich der Ball plötzlich auf der Außenseite und umgekehrt. Jetzt spätestens weiß jeder wie gefährlich Linköpings ist und wird sich hoffentlich seine Gedanken dazu machen,” so die Trainerin weiter. - Man darf also auf das Rückspiel gespannt sein!

Martina Voss-Tecklenburg

Martina Voss-Tecklenburg versteht die Welt nicht mehr - völlig aufgeregt während des Spiels. Hoffentlich finden Trainerin und Mannschaft das passende Rezept für das Rückspiel!

Bild: Katrin Müller




FCR 2001 Duisburg:
Holl – Wensing, Hauer (66. Prießen), Knaak (88. Himmighofen), Kiesel, Grings, Bresonik, Laudehr, Krahn, Maes, Popp

Linköpings FC:
Lundgren – S. Larsson, M. Karlsson (86. J.M. Karlsson), Rohlin, Landström, P. Larsson, Ikidi, Johansson-Suahlberg, Asllani (71. Heimersson), Seger, Krantz

Tore:
0:1 Asllani (30.)
1:1 Laudehr (86.)

Gelbe Karten:Krantz

Schiedsrichterin:Claudine Brohet (BEL)
mit Anne Cheron (BEL) Virginie Derouaux (BEL)

Zuschauer: 1.030


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