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UEFA Women´s Champions League – Viertelfinale – Hinspiel

Quo vadis Duisburg?

FCR 2001 Duisburg – Arsenal London 2:1 (1:0)

Text von Marion Kehren
Bilder von Katrin Müller

12.03.2010   Duisburg, wohin geht die Reise? – In einem Spiel mit zwei unterschiedlichen Halbzeiten gegen Arsenal London hat es der amtierenden UEFA-Cup Sieger FCR 2001 Duisburg unnötig spannend gemacht. Mit lediglich einem 2:1 Sieg im Gepäck und damit einem recht dünnen Polster, fahren die Löwinnen nun nach London, um bereits am Sonntag das Rückspiel zu bestreiten.

Das mit Spannung erwartete Highlight im Viertelfinale der UEFA Women´s Champions League entpuppte sich nicht als den „Hochkaräter” schlechthin, zu oft waren die Engländerinnen mit den quirligen Duisburgerinnen völlig überfordert. Der FCR legte gleich los wie die Feuerwehr. Bereits nach 42 Sekunden(!!!) hatte die wieder genesene Simone Laudehr den Führungstreffer auf dem Fuß, als diese über das halbe Spielfeld spurtete und frech mal kurz aufs gegnerische Tor abzog. Torhüterin Emma Byrne konnte den Ball nur mit Mühe unter Kontrolle bringen.

 Simone Laudehr geggen Niamh Fahey

Simone Laudehr, hier von Niamh Fahey attackiert, sorgte vor allem in der Anfangsphase für viel Druck auf das Tor von Arsenal London

Duisburg wollte das frühe Tor und so rollte bereits der nächste Angriff Sekunden später. Femke Maes zirkelte einen wunderschönen Pass auf Laudehr und diese auf die freistehende Inka Grings. Gerade in der Anfangsphase konnte sich Arsenal bei ihrer Torhüterin bedanken; denn das Team hatte mächtig Probleme die Löwinnen unter Kontrolle zu bringen. Besonders die bis unter die Haarspitzen motivierte Laudehr war von Gegenspielerin Gemma Davison kaum zu bändigen. Nach 8 Minuten stockte den meisten Zuschauern der Atem als Alexandra Popp eine tolle Hereingabe wiederum auf Grings zirkelte. In dieser Situation wollte es Grings allerdings zu perfekt machen und spielte das Leder punktgenau auf die Querlatte.

Inka Grings

Dieser Schuss von Inka Grings ging in der achten Minute nur an die Latte

Erst nach fünfzehn langen Minuten konnte sich das hoch gelobte englische Team aus den Fängen der Löwinnen befreien und wenigstens halbwegs in die Duisburger Hälfte eindringen, doch die Abwehr war hellwach und konnte den Angriff abfangen. London blieb weiterhin blass und Duisburg, in Bestbesetzung, belagerte nach wie vor den gegnerischen Torraum. Besonders auffällig war das flexible Kombinationsspiel und der unbedingte Wille der Spielerinnen das Spiel für sich zu entscheiden - kein Vergleich zu den Spielen in Essen und gegen Jena.

Gelb für Kim Little

Unverständlich: Schiedsrichterin Jenny Palmqvist zeigte Kim Little für ein Handspiel auf der Torlinie - klares Vereiteln einer Torchance durch ein Foul - nur die gelbe Karte. Immerhin gab sie Elfmeter

In der 24. Minute erzielte Duisburg den lang ersehnten Führungstreffer zum 1:0, nach einer doch recht ominösen Ausgangsszene. Nach einer Ecke von rechts landete der Ball im gegnerischen Strafraum. In einem wahren Gewusel und Durcheinander kamt Bresonik frei zum Schutz, aber Kim Little fing den Ball auf der Torlinie mit der Hand ab - ein klarer Regelverstoß, der normalerweise mit der roten Karte hätte bestraft


Tor Marina Hegering gegen Faye White und Corinne Youston

Weder Corinne Youston (links) noch Faye White (rechts) konnten Marina Hegerin in dieser Szene noch daran hindern, zum 2:0 für den FCR Duisburg einzuschießen. Doch danach ließen die bis dahin starken Duisburgerinnen nach, kassierten den Anschlusstreffer und müssen nun beim Rückspiel in London noch um den Einzug ins Halbfinale zittern

werden müssen. Doch Schiedsrichterin Jenny Palmqvist entschied auf Elfmeter und zeigte Little „nur” den gelben Karton. Den anschließenden Elfmeter verwandelte Inka Grings souverän.

Arsenal war weiter bemüht, ihr Spiel aufzubauen, aber außer der agilen Danielle Carter, die es ab und an mit einem Alleingang versuchte, brachte London nichts zu Stande. Hingegen sauste der FCR-Express weiter über das Grün der MSVArena, konnte aber keine der vielen Chancen nutzen.

 Emma Byrne

Emma Byrne , hier bei einer Faustabwehr, war der große Rückhalt bei Arsenal London und hielt ihr Team in dieser Phase im Spiel

In der zweiten Halbzeit erwischte Duisburg einen Start nach Maß! Mit einem herrlich heraus gespielten Zuspiel schickte Turid Knaak Marina Hegering auf die Reise. Diese ließ die halbe Londoner Abwehr einfach stehen und hämmerte den Ball, zum 2:0, ins rechte untere Eck. Torfrau Emma Byrne hatte nicht den Hauch einer Chance. Nach dieser Führung verlagerte sich das Spiel mehr und mehr ins Mittelfeld und wurde ausgeglichener.

Marina Hegering

Geballte Freude: Marina Hegering nach ihrem Tor zum 2:0

Bild: Volker Nagraszus

Doch je länger das Spiel dauerte, desto mehr ließ die Konzentration bei den Löwinnen nach und somit boten sich für den Gegner erste Chancen. Mit einer tollen Rettungsaktion konnte Bresonik den Anschlusstreffer durch Gemma Davison noch verhindern, aber in der 66. Minute war es dann geschehen. Nach einem Foul von Annike Krahn an Rachel Yankey führte Kim Little (die Dame mit dem Handspiel) den anschließenden Freistoß aus und Grings fälschte den Ball so unglücklich ab, dass dieser im eigenen Netz landete.

Annike Krahn gegen Rachel Yankey

Aus einem Foul von Annike Krahn (links) an Rachel Yankey (rechts) resultierte der Freistoß, der zum Anschlusstreffer für Arsenal führte

Dieser Schock saß und die Löwinnen benötigten einige Minuten um sich davon zu erholen. Während dieser Phase war Arsenal näher am Ausgleich als Duisburg am dritten Treffer. In den letzten Minuten des Spiels rissen sich die Löwinnen noch einmal am Riemen und hatten noch durch Femke Maes und Marina Himmighofen zwei außergewöhnlich gute Chancen, die Ausgangslage der Duisburgerinnen zu verbessern, die aber verpasst wurden.


Duisburgs Trainerin Martina Voss-Tecklenburg war dann auch nicht zufrieden: „In der ersten Halbzeit haben wir gut begonnen und hatten das Spiel fest im Griff, allerdings haben wir zu viele Chancen ausgelassen. In der zweiten Hälfte waren wir viel zu nachlässig und unkonzentriert, daher haben sich dann auch vermehrt Fehler eingeschlichen, die unnötig waren. Wir haben das Spiel gewonnen, dass war unsere Hauptaufgabe und von daher haben wir einen kleinen Vorteil am Sonntag. Diesen wollen wir nutzen und in die nächste Runde einziehen.” Weniger begeistert zeigte sich die Trainerin allerdings über die nur mäßige Zuschauerzahl. „Ich bin ein wenig enttäuscht; denn nach der grandiosen Kulisse (28.000 Zuschauer) vom letzten Jahr hatte ich schon damit gerechnet, dass so knapp die Hälfte wieder den Weg ins Stadion finden würde.”

Alexandra Popp gegen Gemma Davison

Alexandra Popp (rechts) im Zweikampf mit Gemma Davison - das Spiel war spannend und hätte mehr Zuschauer verdient gehabt als "nur" 5145!

Laura Harvey sieht die Ausgangssituation für ihre Mannschaft relativ relaxt. „Wir haben nur ein Tor Rückstand und daher alle Möglichkeiten, die Partie in London für uns zu entscheiden. Wir können besser spielen, als wir heute gezeigt haben. Mein junges Team hat sich achtbar gegen die Routiniers von Duisburg geschlagen und ich denke am Sonntag werden die Karten neu gemischt.”

Ob beim Rückspiel allerdings Duisburgs Neuzugang Kozue Ando ihr Team unterstützen kann, steht derzeit noch nicht fest. Aufgrund eines formellen Fehlers hatte man davon abgesehen die Japanerin einzusetzen, man wollte tunlichst nicht denselben Fehler wie Olympique Lyonnais begehen.

Schuss Marina Himmighofen

Die letzte Chance des Spiels hatte der FCR Duisburg, doch der Schuss der gerade erst eingewechselten Marina Himmighofen ging vorbei

FCR 2001 Duisburg:
Holl – Wensing, Oster (88. Himmighofen), Kiesel, Grings, Bresonik, Laudehr (46. Knaak), Krahn, Maes, Hegering, Popp

Arsenal LFC:
Byrne – Yorston, Ludlow, Flaherty, White, Grant, Yankey, Davison (90. + 1 Bruton), Little, Fahey, Carter (78. Beattie)

Tore:
1:0 Grings (24. FE)
2:0 Hegering (49.)
2:1 Grings (66. ET)

Gelbe Karten: Little, Ludlow

Schiedsrichterin: Jenny Palmqvist (SWE)
mit Anna Susanne Borg (SWE) und Anna Nyström (SWE)

Zuschauer: 5.145


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