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Uefa Women´s Champions League, Achtelfinale, Rückspiel

„Au revoir Europe”

FC Bayern München – Montpellier HSC 0:1 n.V. (0:0)

Text und Fotos von Sascha Pfeiler

12.11.2009   In der Runde der besten 16 Teams Europas ist das Unternehmen Champions League für den FC Bayern München vorbei. Nachdem sich beide Mannschaften im Hinspiel (04.11.2009) an Frankreichs Südküste schon torlos trennten, stand es auch im Rückspiel nach 90 Minuten 0:0 unentschieden. Die Entscheidung musste also in der Verlängerung fallen. In der 105. Minute traf die 112-fache französische Nationalspielerin Hoda Lattaf ins bayerische Tor und schoß damit Montpellier HSC ins Viertelfinale der neuen Women´s Champions League.

Es sollte ein großer Abend für die Frauen des FC Bayern werden. Vor den Augen der prominenten Zuschauer Gerd Müller und Paul Breitner wollten die Bayerndamen die Hürde Montpellier HSC nehmen, um weiter in drei Wettbewerben mitzuspielen. Nach der kurzen Schwächephase in der Bundesliga (Niederlagen gegen Bad Neuenahr und Wolfsburg) hatte man sich mit einem 6:2 zu Hause gegen den 1.FC Saarbrücken und dem 3:0 Auswärtserfolg beim SC Freiburg zurück in die Erfolgsspur gebracht. Auch aus dem Hinspielergebnis in Montpellier (0:0) schöpfte man Selbstvertrauen für das Rückspiel im heimischen Aschheim.

Gerd Müller und Paul Breitner

Zwei „Bayern-Urgesteine”: Gerd Müller (links) und Paul Breitner unterstützten die Bayern Frauen durch ihre Anwesenheit

Es sollte aber anders kommen als gedacht! Von der ersten Spielminute an konnten die 810 Zuschauer im Sportpark eine diszipliniert eingestellte Mannschaft aus Montpellier beobachten. Trainerin Sarah M´barek hatte in ihre Startelf acht defensiv eingestellte Spielerinnen gepackt und vorne auf die schnellen Stürmerinnen Marie-Laure Delie und Hoda Lattaf gesetzt. Die Strategie hieß: Hinten zu Null und vorne mit einem Überraschungsangriff treffen.

Mauer

Sie standen wie eine Mauer: Montpelliers Trainerin Sarah M´barek setzte auf eine defensive Strategie - und hatte letztlich Erfolg damit

Die Bayern waren über die gesamte Spielzeit die engagiertere Elf. Mit Übersicht und konzentriertem Aufbauspiel aus der eigenen Abwehr heraus wollte man die Französinnen überwinden. So kamen einige sehenswerte Angriffe, speziell über die linke Seite, ausgehend von der stark aufspielenden linken Verteidigerin Katharina Baunach, zustande. Doch vor dem Tor agierten die beiden Stürmerinnen Vanessa Bürki und Mandy Islacker glücklos. Montpellier hatte den Raum bis 20 Meter vor dem eigenen Tor fest im Griff, spielte im Abwehrdrittel Pressing.

Julia Simic

Julia Simic, hier im Zweikampf mit Marion Torrent, hatte in der Verlängerung zwei gute Chancen zur Führung, verfehlte aber beide Male das Ziel knapp

Die Bayern kamen nur selten zum Abschluss. Nina Aigner scheiterte in der 19. Minute an der Latte, in der 65. und 73. Minute verfehlte sie nach einem Freistoß und einem sehenswerten Seitfallzieher das Tor.


Tor

Bayerntorfau Kathrin Längert bei der missglückten Abwehr des 0:1. Nach 195 torlosen Minuten in Hin- und Rückspiel bedeutete dieser Treffer in der Verlängerung den Viertelfinaleinzug für Montpellier HSC und das Champions League Ausscheiden für den FC Bayern

Die Offensivabteilung der Bayern biss sich förmlich die Zähne aus. Sofort nach Ballgewinn versuchte Montpellier es mit schnellem Konterspiel und kam zu Chancen durch die beiden pfeilschnellen Stürmerinnen. In der ersten Hälfte waren es Lattaf und Delie, in der zweiten Halbzeit Elodie Ramos, die alleine vor dem bayrischen Tor an Torfrau Kathrin Längert scheiterten.

Carina Wenninger

Hier versucht Carina Wenninger einen Weg zwischen zwei Spielerinnen von Montpellier zu finden

Nach 90 Minuten pfiff die englische Schiedsrichterin Alexandra Ihringova die reguläre Spielzeit ab. Die Entscheidung musste also in der Verlängerung fallen. Montpelliers Trainerin M´barek: „Wir kamen als Außenseiter nach München. Das Wichtigste war heute unsere Defensive, in der wir sehr gut gearbeitet haben. Wir haben diese bis zum Schluss durchgezogen und den entscheidenden Konter erfolgreich abgeschlossen. Aber selbst vor einem Elfmeterschießen hatte ich keine Angst: Darin ist unsere Torfrau Spezialistin!”.

Verletzungsbedingt musste Bayerntrainer Günther Wörle in der regulären Spielzeit noch Vanessa Bürki und Nicole Banecki auswechseln. Stefanie Mirlach und Isabell Bachor, die zu ihrem Heimdebüt im Bayerntrikot kam, sollten es richten. Die Verlängerung begann von beiden Seiten mit vorsichtigem Spiel. Günther Wörle beorderte Bianca Rech nach vorne und so entstand mehr Druck im Bayernsturm. Spielmacherin Julia Simic hatte in kurzer Folge zwei gute Chancen zum Führungstreffer, verfehlte aber beide Male knapp. Genau in dieser Phase ging Montpelliers Strategie auf! In der 105. Minute setzte sich Elodie Ramos über den rechten Flügel durch und bezwang mit einem Pass quer in den Strafraum Torhüterin Kathrin Längert. Hoda Lattaf musste nur noch den Fuß hinhalten und zum schlussendlichen Siegtreffer einschieben.

Montpellier HSC

Nach dem Spiel war der Jubel groß bei den Spielerinnen von Montpellier HSC

Die zweite Hälfte der Verlängerung gehörte alleine dem FC Bayern München. Es war regelrechter Sturmlauf auf das französische Tor. Über das gesamte Spiel gesehen erreichten die Bayern ein Eckenverhältnis von 11:3. Doch alle Versuche scheiterten. Nach 120 Minuten kehrte Stille in den Sportpark Aschheim ein. Das Spiel war verloren, Montpellier feierte den Viertelfinaleinzug, die Bayern sanken zu Boden.


Mandy Islacker

Mandy Islacker am Ende ihrer Kräfte und am Ende des Spiels, einfach nur platt

Die Zuschauer sahen ein über 120 Minuten taktisch geprägtes Spiel ohne wirklich hochkarätige Torchancen auf beiden Seiten und am Ende überglücklich tanzende Französinnen. Der Traum vom Viertelfinale wird, zumindest für ein Jahr, die Bayernfrauen ein Traum bleiben. Bayern-Trainer Wörle: „Montpellier ist uns international offenbar einen Schritt voraus. Wir sind an unsere Grenzen gestoßen. Letztlich entscheidet dann doch die individuelle Klasse einer Spielerin wie Hoda Lattaf”.

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Bayern-Trainer Günther Wörle hat nicht viel Zeit, seine Spielerinnen vor dem Pokalspiel gegen den Vfl Wolfsburg neu aufzubauen. V.l. Nina Aigner, Günther Wörle, Tanja Wörle, Bianca Rech

In den kommenden Tagen steht gegenseitiges Wundenlecken und die Vorbereitung auf das nächste K.O.-Spiel an. Am Sonntag, 15.11.2009, steht um 13 Uhr die Achtelfinalbegegnung im DFB-Pokal zu Hause gegen den VfL Wolfsburg an.


FC Bayern München:
Längert - Wörle, Baunach, Bürki (Bachor, 54.), Simic, Islacker, Aigner (Roth, 119.), Wenninger, N.Banecki (Mirlach, 59.), de Pol, Rech

Montpellier HSC:
Deville - Torrent, Viguier, Rubio (Lozé, 88.), Ramos (Roux, 113.), Hamou Maamar, Diguelman, Plaza, Blanc, Lattaf, Delie (Parasme, 120.)

Tore:
0:1 Lattaf (105.)

Gelbe Karten:Rubio

Schiedsrichterin:Alexandra Ihringova (ENG)
mit Assistentinnen: Sian Massey (ENG), Jane Simms (ENG)

Zuschauer: 810



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www.girlsplay.de


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