Pokal Semifinale Schweden

David gegen Goliath

QBIK - Djurgården/Älvsjö 0:6 (0:4)

Von Volker Lieberum (Text und Fotos)

Spiel am 2.10.2005    Ich weiß nicht, ob in der deutschen Liga so eine Halbfinalpartie zustande käme. Im schwedischen Karlstad traf der Aufsteiger QBIK auf den UEFA Cup Finalisten und schwedischen Meister der letzten Saison, Djurgården/ Älvsjö. Für uns würde das bedeuten, Sindelfingen tritt gegen Turbine Potsdam an.

Nachdem es den Tag vorher durchgehend geregnet hatte, ließ sich am Pokaltag doch die Sonne am Värmländer Himmel blicken und es war ein idealer Tag zum Fußball spielen. Leider fanden sich nur 280 Zuschauer im Tingvalla Idrottsplats zu Karlstad, das Stadion liegt übrigens direkt an der Stadtautobahn, ein.

Leider wollten nur 280 Zuschauer diese Partie sehen

Anders Andersson, der schwedische Frauenfußballfan und Gründer des Umeå Fanforums, den ich beim Spiel traf, meinte, dass die Schweden sich nicht so für die Frauenpokalspiele interessieren würden.

Pünktlich um 14:00 gab die Schiedsrichterin Lena Arwedahl aus Mellerud die Begegnung frei. Sofort begann der Favorit aus Stockholm mit seinen Angriffswellen, doch geschickt störten die Damen aus Karlstad und konnten ihrerseits einige Vorstöße starten. In der siebten Minute bekam Durgården/ Älvsjö den ersten Eckball zugesprochen. Dieser wurde von Kristin Bengtsson herein gegeben, von Linda Fagerström angenommen, doch ihren Direktschuss konnte die bis dahin gut stehende QBIK Abwehr abblocken. Weiter versuchte es Djurgården mit langen Bällen aus dem Mittelfeld in den Strafraum hinein, doch entweder war das Zuspiel zu ungenau oder QBIK passte auf und konnte den Angriff abwehren.

In der 12. Minute war es dann soweit. Sara Johansson konnte ich an der rechten Seite durchsetzen, passte in die Strafraummitte zu Laura Kalmari und die Finnin im Stockholmer Dress verwandelte eiskalt zum 1:0.

Laura Kalmari und Victoria Svensson freuen sich über das 1:0

Der nächste Schlag gegen QBIK kam schon eine Minuten später.


Kiki Bengtsson erzielt das 2:0. Marie-Louise Skalberg, Annica Svensson, Charlotte Nygren und Maria Busk schauen bestürtzt.

Auf der linken Seite erhielt Victoria Svensson den Ball, diese zog einige gegnerische Abwehrspielerinnen auf sich. Geschickt schirmte sie das Leder gegen alle ab und gab dann an Kiki Bengtsson, die etwa an der Strafraumgrenze stand, weiter. Ihr Geschoss landete unhaltbar für Maria Busk im Netz, 2:0.

Ab jetzt wurde Djurgården stärker, die weiten Bälle fanden nun auch besser die freien Mitspielerinnen. Die Angriffe liefen nun meistens über die beiden Außen, Sara Thunebro auf der linken und Sara Johansson auf der rechten Seite.

Annica Svensson gegen Sara Thunebro, die eine klasse Leistung zeigte

Endlich, in der 27. Minute, wurde wieder ein Angriff des Heimteams gestartet. Aus dem Mittelfeld heraus bekam Anna Nilsson den Ball, diese flankte in den Strafraum auf die dort freistehende Jennifer Meier, doch die Linienrichterin hob die Fahne, da Jenny im Abseits war - übrigens das einzigste Mal in dieser Partie.

Jennifer Meier und Lovisa Ericsson

Nach einer halben Stunde sah man wieder das traumhafte Zuspiel, Kiki Bengtsson auf Vickan, und die gab an Linda Fagerström weiter. Diese fackelte nicht lange, ließ die Abwehr etwas blass aussehen und erzielte das 3:0.


QBIK sah sich nun immer mehr in die Defensive zurückgedrängt. Die gelegentlichen Angriffe liefen meist über Linda Hallstenson, Jennifer Meier oder Therese Lückner, aber Djurgårdens Abwehr mit Helen Fagerström und Jane Törnqvist stand sicher.

Helen Fagerström gegen Linda Hallstenson

Der letzte Angriff in der ersten Hälfte wurde wiederum von Victoria Svensson angekurbelt. Etwa vom Mittelkreis lief sie Richtung Tor, plötzlich zirkelte (sehenswert!!!) sie das Leder auf links zu Kristin Bengtsson, die beiden verstanden sich fast blind, und Kiki schickt den Ball weiter zu Laura Kalmari. Diese ließ sich nicht lange bitten und erzielte ihr zweites Tor in diesem Spiel.

In Schweden ist neben den Toren immer ein Ersatzball vorrätig

Mit 4:0 schickte Lena Arwedahl die beiden Mannschaften zum Pausentee.


Fortsetzung und Interview

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