Damallsvenskan

Brasilianische Eckball-Zauberin

Bericht vom 18. Spieltag

Text: Volker Lieberum und Jessica Julin
Archivfoto: Kalle Prorok

12.09.2005

Nachdem Marta von Umeå IK schon in der Begegnung gegen Örbro einen Eckball direkt verwandelt hatte, wiederholte sie den Trick dieses Wochenende in der Partie Umeå IK - Sunnanå SK gleich zweimal.

Die erste Halbzeit startete sehr verhaltend im Derby der Nordschweden. Obwohl beide Seiten gute Chancen hatten fiel nur ein Tor in der ersten Spielhälfte. Nach Zuspiel von Marta erzielte Hanna Ljungberg das 1:0 in der 35. min.
Die zweite Halbzeit sollte dann umso torreicher ausfallen. Vor fast 2792 Zuschauern eröffnete Elaine zwei Minuten nach Wiederanpfiff den Torreigen für den mehrmaligen UEFA-Cup Gewinner Umeå IK. Danach gelangen Marta gleich zweimal die sehenswerten, direkt verwandelten Eckballtore (54. u. 60. min.), ehe Sunnanå in der 70. min der Anschlusstreffer gelang.
Die 80. u. 90. min. gehörte Malin Moström, die sich mit zwei Toren an die Torschützenspitze schoss. Dazwischen setzte Hanna Ljungberg ihren zweiten Spieltreffer (82. min).
Damit wurde erfolgreich die Spitze verteidigt und Sunnanå hielt Platz 4.

In den beiden anderen Sonntagsspielen, mit jeweils über 1000 Zuschauer und deutlich mehr als die Begegnungen am Samstag (323 in Göteborg und 474 in Själevards) trennten sich Hammarby IF - Djurgården/ Älvsjö 0:2 und Mallbackens IF - AIK 4:0.

Am 18. Spieltag scheint sich Örebro DFF wieder gefangen zu haben. Nachdem die Mannschaft unter der Leitung von Pia Sundhage in den letzten Spielen bittere Niederlagen hinnehmen musste, 2:7 gegen Umeå zu Hause und 1:8 in Malmö sowie im Pokal vom Aufsteiger QBIK mit 3:1 aus dem Wettbewerb gekickt zu werden, empfing man heute zu Hause das starke Team aus Linköping. Vor 903 Zuschauern ging man in der 28. min. in Führung und baute das noch in der zweiten Hälfte in der 50. min. zum 2:0 Vorsprung aus. Diesen Vorsprung verteidigte man bis kurz vor Spielschluss. Da gelang Linköping der Anschlusstreffer. Örebro gewann 2:1 und behielt drei Punkte zu Hause.

Auch dieses Wochenende mussten die beiden Kellerkinder der Tabelle, QBIK und Själevards IK die Punkte abgeben und konnten damit nicht ihre schlechte Ausgangslage verbessern.
Själevards IK empfing zu Hause die flotte Truppe aus Malmö und musste sich dem starken Team mit 5:0 geschlagen geben. Altbekannte Namen schossen hier die Tore, Asthildur Helgadottir, Frida Nordin, Nilla Fischer und zweimal Therese Lundin.


Eine Eckball-Virtuosin par excellence, Marta von Umeå IK

In Göteborg musste sich QBIK am Samstag mit 3:1 geschlagen geben. Zwar konnte die frühere Frankfurterin Jenny Meier ihre Mannschaft mit 1:0 in der 23. min in Führung bringen, doch schon bis zur Halbzeit fielen zwei Tore für die Heimmannschaft Kopparbergs/ Göteborg FC. Den Anschlusstreffer erzielte übrigens Jessica Julin. In der zweiten Hälfte stelle dann Lotta Schelin den Endstand her.
Hier ist Jessies Bericht:
Wir sind sehr langsam in die Begegnung gegangen und waren nicht mit dem Herzen dabei. Doch als dann QBIK ihr erstes Tor, durch Jenny Meier erzielte, ging ein Ruck durch die Mannschaft und wir sind aufgewacht. Einige unserer Spielerinnen waren während der Woche krank und wieder andere fühlten sich etwas schlapp. Aber das soll keine Entschuldigung für die Weise sein, wie wir das Spiel begonnen haben.
Je länger wir dann im Spiel waren, umso besser lief es dann mit uns. Am Ende der ersten Hälfte erzielten wir dann zwei Tore, das erste davon war ein Kopfball von mir. Übrigens mein erstes Tor in dieser Saison.

Die zweite Hälfte sah dann mehr oder weniger nur ein Team auf dem Feld. Als dann noch das dritte Tor für uns fiel, konnten wir das Match als gewonnen abhaken.

Vor der Begegnung haben wir viel darüber geredet wie wichtig es ist, eine große Moral zu zeigen und mit dem Herz in dieses Match zu gehen, da ja viele von uns entweder von der harten Spielvorbereitung oder durch Krankheit sehr kaputt waren.
Wenn ich jetzt zurückdenke und mir die Begegnung betrachte, denke ich, war dies der Schlüssel zum Erfolg.
Falls du fühlst, dass das Spiel nicht so läuft wie du das willst, bedarf es eine ungeheuere harte Anstrengung um als Team zu funktionieren. Wir konnten dies und es zeigt eine weitere Stärke von uns. Ab jetzt werden wir um den dritten Platz in der Liga kämpfen und ich glaube, dass wir alle Spiele gewinnen werden.


Unglücklicherweise haben wir 12-15 Punkte in Begegnungen abgegeben, die wir eigentlich hätten gewinnen sollen.
Ich denke nächstes Jahr werden wir daraus lernen und mit 2-3 mehr erfahrenen Spielerinnen bin ich sicher, werden wir mit Göteborg um den goldenen ersten Platz kämpfen.

Ich selbst habe vier anstrengende Spiele in den letzten 1 ½ Wochen hinter mir und ich kann es definitiv in meinem Körper fühlen. Die nächste Begegnung ist Gott sei Dank erst wieder am Sonntag in Malmö. Damit habe ich genug Zeit, mich wieder zu erholen. Ich hoffe, dass ich dazu beitragen kann meiner früheren Mannschaft Umeå IK zum Meisterschaftsgewinn über Malmö zu helfen. Noch besser wäre es, wenn ich das entscheidende Tor schießen würde.

Jenny Meier sagte mir dazu in einem Telefongespräch:
"Wir sind sehr gut in die Partie gestartet und konnten gut mithalten. Das ganze Spiel war in der ersten Hälfte sehr ausgeglichen und ein Unentschieden wäre mehr als gerecht gewesen, was uns auch Göteborg bescheinigte. Durch ein Tor von mir in der 23. min. sind wir sogar in Führung gegangen. Leider fielen dann vor der Pause innerhalb vier Minuten zwei Tore für Göteborg.

In der zweiten Hälfte hat sich dann der ganze Spielverlauf zu Gunsten von Göteborg gedreht. Zuerst erzielte Lotta Schelin das 3:1 (58. min.) und dann wurde unsere Torhüterin Maria Busk, nachdem die Schiedsrichterin ein Foul an Lotta Schelin in der 65. min. gesehen haben will, vom Platz gestellt. Selbst Lotta sagte hinterher, dass es kein Foul war. Die restliche Zeit mussten wir dann mit 10 Spielerinnen auskommen.
Hoffen wir nur, dass Maria nur für ein Spiel gesperrt ist."

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